Der gläserne Patient Du musst dein Leben ändern!

Wer gesund lebt, wird belohnt. Dank Selbstkontrolle per Smartwatch und Fitness-App können Versicherungen ihre Kunden mit Bonusleistungen locken. Doch viele Menschen tun sich schwer damit, ihren Lebensstil zu ändern.
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Sport ist ein Faktor für ein gesünderes Leben. Doch viele Menschen tun sich schwer damit, ihr Verhalten entsprechend zu ändern. Quelle: dpa

Sport ist ein Faktor für ein gesünderes Leben. Doch viele Menschen tun sich schwer damit, ihr Verhalten entsprechend zu ändern.

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BerlinHerz-Kreislauf Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck sowie einige Krebserkrankungen sind verantwortlich für mehr als die Hälfte aller Todesfälle. Die Ursachen lassen sich an einer Hand abzählen: Mangel an körperlicher Bewegung, fehlerhafte Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen erhöhen wesentlich das Risiko für die genannten Erkrankungen.

Alle diese Faktoren sind vermeidbar. Viele Menschen tun sich dennoch schwer, ihren Lebensstil entsprechend zu gestalten. Die Generali-Versicherung will ihnen künftig mit einem neuen Krankenversicherungspaket auf innovative Weise helfen: Versicherte, die mittels ihres Mobiltelefons oder einer Smartwatch Daten etwa über den persönlichen Kalorienverbrauch, Bewegungsmuster und Pulsfrequenzen aufzeichnen und diese Aufzeichnungen über einen der gängigen Anbieter wie Jawbone, My Coach oder Nike Plus automatisch an die Versicherung übertragen lassen, erhalten Bonusleistungen, wenn sie sich besonders gesundheitsbewusst verhalten.

Zehn Tipps für ein langes Leben
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Sich außer Atem bringen...

Eine Viertelstunde am Tag sollte ihr Herz richtig Arbeit bekommen. Gehen Sie Laufen oder Radfahren, so treiben Sie die Herzfrequenz am besten nach oben. Das ideale Level für diese Training liegt 50 Prozent über dem Ruhewert. Sport verringert das Risiko von Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes und Depression. Leistungssport hilft übrigens auch im Kopf fit zu bleiben. Studien zeigen, dass ältere Menschen, die sich viel bewegen, die Hirnsubstanz vor dem Schrumpfen schützen.

Bundesbürger trinken weniger Alkohol - Aber Weinkonsum gestiegen
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Das Gläschen Wein am Abend...

Rotwein in Maßen kann das Risiko für Herzkrankheiten senken. Wer sich etwas gönnen will, kann das Angenehme also mit dem Nützlichen verbinden, indem er abends ein Schlückchen Rotwein trink. Ein Gläschen wohlgemerkt - keine Flasche. Ideal ist ein Glas für Frauen, zwei für Männer.

Gut schlafen: Diabetes im Schlaf vorbeugen?
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Der Körper liebt Routinen - geben Sie sie ihm...

Eine der besten Möglichkeiten, um körperlichen Stress zu vermeiden, ist Regelmäßigkeit: Zur selben Zeit aufstehen (auch am Wochenende), zur selben Zeit Mahlzeiten einnehmen (unabhängig von Feiertagen oder gesellschaftlichen Anlässen) und Sport treiben. Besonders danken wird Ihnen Ihr Körper Routinen für Schlafen, Essen, Bewegung und Medikamenteneinnahme, damit bleibt er im Gleichgewicht.

Wanderer
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Tun, was einem Spaß macht...

Hobbies zu pflegen ist wichtig - für Körper und Geist. Ob Klettern, Tanzen oder Schach spielen - leben Sie ihre Leidenschaften aus, tun Sie Dingen, die Ihnen Spaß machen, ob allein oder in der Gruppe entscheiden Sie. Probieren Sie öfter auch einmal neues aus, das hält die Begeisterungsfähigkeit aufrecht. Wer als Mittdreißiger gerne Fußball gespielt hat, entdeckt in den Fünfzigern vielleicht seine Leidenschaft fürs Schwimmen.

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Im Alltag öfter Durchatmen...

Was macht uns am meisten krank? Stress im Büro - das ist traurig, aber wahr. Daher überlegen Sie, wie Sie den Stress am Arbeitsplatz reduzieren können. Einfache Verhaltensregeln können die nervliche Belastung mindern, z.B. in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang machen; tief durchatmen - besonders vor unangenehmen Telefonaten. Nach Feierabend Frust lieber bei einer Jogging-Runde statt zwei Gläsern Bier abbauen. Oder überlegen Sie, was Sie zwischendurch aufmuntert und besuchen Sie einmal am Tag zu einem festen Zeitpunkt ihre Lieblingswebsite. Lächeln erlaubt - gerade im Büro!

Vielseitiges Grillvergnügen: Es muss nicht immer Fleisch sein
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Essen Sie gut...

Es ist nicht neu, aber die wenigsten von uns tun es: viel Obst und Gemüse essen - möglichst farbenfroh, also rote, gelbe und grüne Sorten mischen. Auch Tiefkühl-Gemüse enthält viele Vitamine. Fleisch und Wurst gehören auch auf den Speiseplan, aber nicht öfter als drei mal pro Woche. Zu viel Fleisch erhöht das Risiko für manche Herz-Kreislauferkrankungen. Mindestens drei Portionen Kaltwasserfisch pro Woche wie Lachs, Forelle, Heilbutt, Kabeljau oder Hering gehören stattdessen auf den Tisch.

Nacken, Nackenschmerzen
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Aufstehen und bewegen - gerade im Büro

Lange Sitzphasen führen zur Verspannungen und Kopfschmerzen und haben negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel - unabhängig davon, wie viel man sich insgesamt am Tag bewegt. Daher: Hinter hochkriegen und öfter mal zwischendurch aufstehen und bewegen, bewegen, bewegen...

Das zunächst für Deutschland, Österreich und Frankreich geplante Angebot ist Teil der Ende vergangener Woche bekannt gegebenen Kooperation zwischen Generali und dem südafrikanischen Versicherungskonzern Discovery, der mit seinem Programm „Vitality“ einer der internationalen Marktführer für mit Bonusleistungen verknüpfte Wellness-Programme ist.

Aus Sicht der Versicherung rechnet sich das Angebot: Versicherte, die für gesunde Lebensführung mit Belohnungen in Form von Einkaufsgutscheinen oder Rabatten bei Fitnessstudios belohnt werden, verursachen durchschnittlich 18 Prozent weniger Kosten als andere Privatversicherte. Patienten, die ins Krankenhaus eingewiesen werden, verursachen laut Discovery sieben Prozent weniger Kosten, wenn sie zuvor regelmäßig Sport betrieben haben.

Die Datenbasis, mit der Discovery international operiert, ist beachtlich. Mehr als fünfeinhalb Millionen Versicherte betreut der Konzern weltweit; das Programm „Vitali“ kann auf Gesundheitsdaten aus mehr als siebzehn Jahren zurückgreifen. Durch die Analyse diese Datenschatzes gewinnt das Unternehmen Einsichten darüber, ob und wie Kunden mit Bonusangeboten dazu bewegt werden können, ihren Lebensstil zu verändern.  

Interessant sind solche Erkenntnisse gerade vor dem Hintergrund des rasch wachsenden Marktes für Fitness-Apps und -Gadgets. Smartwatches und andere Wearables sind populär – in den USA etwa besitzt heute bereits jeder zehnte Konsument ein entsprechendes Gerät –, aber viele Konsumenten verlieren schon nach kurzer Zeit das Interesse an ihrem Gerät. Bonusprogramme, wie sie von Generali und Discovery angeboten werden, sollen dazu führen, dass die Technologie des Telemonitorings größere Akzeptanz findet.

Big Data ersetzt klinische Studien

Selbst der Gang zur Mülltonne zählt
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Dezente Motivation: Das Fitnessarmband Vivofit zeigt mit einem roten Balken an, wann es Zeit ist, mal wieder den Schreibtisch oder das Sofa zu verlassen. Gut für den inneren Schweinehund: Das Gerät passt sich dem Fitness-Niveau seines Trägers an. Wenn das Tagesziel mal nicht erreicht wurde, wird für den nächsten Zahl die Messlatte automatisch einfach ein bisschen niedriger gehängt.

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Das Vivofit-Fitness-Armband von Garmin wird in einer dezenten Verpackung und mit zwei Gummi-Armbändern in zwei Farben geliefert. Leider fehlt eine Schnellanleitung; stattdessen gibt es einen bunten Flyer, der erklärt, was das Vivofit alles kann: Es zählt Distanz und Schritte, zeichnet Schlafdauer und Kalorienverbrauch auf und optional sogar die Herzfrequenz, wenn man ein paar Euro extra für den Brustgurt drauflegt.

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Bändchen wechsle dich: Mit zwei einfachen Handgriffen lässt sich das kleine Display in ein andersfarbiges Armband stecken. Das Vivofit ist für 119 Euro in fünf unterschiedlichen Farben für je 24,99 Euro erhältlich. Auch die Batterien – zwei kleine Lithium-Knopfzellen – lassen sich so schnell selber austauschen, indem man die kleinen Schräubchen löst. Bis es allerdings soweit ist, muss man wohl viele Schritte mit dem Vivofit ins Land gehen...

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... denn: Der Navi-Experte Garmin verspricht eine Batterielaufzeit von mehr als einem Jahr. Dafür verzichtet man auf ein beleuchtetes Display und Vibrationsalarm, wie es andere Tracker können. Statt dessen setzt Garmin auf ein E-Ink-Display, das man auch vom Amazon-Kindle kennt. Nachteil: Wenn man das Vivofit am Abend über den kleinen und einzigen Knopf am Band (im Bild rechts neben der Uhrzeit) auf den Schlafmodus stellen möchte, sollte man das Licht im Schlafzimmer noch nicht ausgeschaltet haben.

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Die Messungen des Vivofit sind zwar nicht absolut genau, vergleicht man die Daten aber mit einer GPS-Uhr, sind sie doch aussagekräftig. Uhrenträger (in unserem Testfall Rechtshänder) bekommen allerdings ein kleines Platzproblem am Arm, wenn sie beide Geräte auf einer Seite tragen möchten. Schnallt man sich das Garmin-Band dagegen an die rechte Hand, kann es passieren, dass auch die reine Armbewegung beim Zähneputzen mitgezählt wird. Und das, obwohl man sich keinen Schritt vom Waschbecken wegbewegt hat. Andere Tester berichten sogar davon, dass das Vivofit alleine beim Haarewaschen unter der Dusche schon einige hundert Schritte gemessen hat.

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So einfach und so gefährlich: Der leichte und unkomplizierte Verschluss kann sich beim Tragen unbemerkt öffnen. Von Vorteil ist, dass das Armband in verschiedenen Stufen verstellbar und auch für sehr schmale Handgelenke passend ist.

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Schnell-Analyse per Smartphone-App: Wer am Ende eines Tages seine persönliche Fitness-Bilanz ziehen will, muss nicht unbedingt über seinen Computer das Garmin Connect Portal aufrufen. Dieselben Informationen erhält man auch über die kostenlose Handy-App. Die offenbar auch, wann und wie lange man bewegungslos nach der Arbeit auf dem Sofa gelegen hat.

Analysen von Big Data im Gesundheitsbereich sind aber nicht nur für Krankenversicherungen interessant. Auch die Wissenschaft profitiert vom Eifer der Datensammler, etwa als Alternative zu teuren klinischen Studien. „In der Vergangenheit musste man unglaublich teure und zeitaufwändige klinische Studien aufsetzen, um eine Hypothese zu testen“, berichtete etwa Nicholas Tatonetti, Assistant Professor für Biomedizinische Informatik an der Columbia Universität in New York, vor einiger Zeit in einem Artikel der New York Times. „Heute können wir auf Daten zurückgreifen, die bereits in den elektronischen Patientendossiers gesammelt sind und daraus unsere Informationen beziehen.“

Eine der Studien, an denen Tatonetti beteiligt war, konnte allein mit Hilfe eines Algorithmus, der mit Daten der amerikanischen Food and Drug Administration gefüttert wurde, zeigen, dass das Anti-Depressivum Paxil und der Cholesterinsenker Pravastin bei kombinierter Einnahme zu einem erhöhtem Blutzuckerspiegel führen.

Der Motivator am Handgelenk
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Schmuckes Armband mit Hightech im Inneren: das Up von Jawbone. Ein Bewegungssensor misst die Schritte.

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Von „Hunter Green“ bis „Light Grey“: Das Armband gibt es in diversen Farben.

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Alles auf einen Blick: Die dazugehörige App zeigt, wie lange Nutzer schlafen und wie viel sie laufen.

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Gruppendruck: Zur Motivation kann man sich mit anderen Nutzern vernetzen und messen.

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Wie fleißig waren die anderen? Die App zeigt es. Nutzer können auch Kommentare zu deren Aktivitäten hinterlassen.

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Virtueller Tritt in den Hintern: Die App blendet regelmäßig Motivationstipps ein.

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Dabei geht es nicht nur um Bewegung, sondern auch den Schlaf – je tiefer, desto besser.

Deutlich weniger Begeisterung lösen Schlagwörter wie „elektronisches Patientendossier“  oder „Quantified Self“ (so die Bezeichnung einer Hobby-Bewegung, die sich die medizinische Selbst-Überwachung mit technischen Mitteln auf die Fahne geschrieben hat) bei Datenschützern aus. Ihre Sorge: Versicherungen, die unbefugt Zugriff auf die Daten erhalten, könnten dies ausnutzen, um einzelne Patientengruppen durch die Einordnung in höhere Tarifklassen zu diskriminieren.

Zumindest bei dem Angebot von Generali und Discovery entfällt diese Sorge. Hier müssen die Beteiligten ausdrücklich zustimmen, dass ihre Daten an die Kasse weitergegeben und zur Ausdifferenzierung von Versicherungsverträgen verwendet werden.

Dass die Patientendaten bei Discovery nicht, wie sonst im Gesundheitsbereich üblich, vor der Weiterverarbeitung anonymisiert werden müssen, hat für das Data Mining entscheidende Vorteile. „Das Problem bei der kommerziellen Nutzung von Gesundheitsdaten besteht darin, dass es viele geographische und ethnische Unterschiede gibt, welche zu versteckten, nicht gesundheitsrelevanten Variationen in den Daten führen“, erläutert Søren Brunack von der Technischen Universität Dänemark in Lyngby, der sich schon länger mit dem Thema „Data Mining von elektronischen Patientendossiers“ befasst.

Wenn die Möglichkeit bestehe, bei der Verarbeitung der Daten auf Anonymisierung zu verzichten, so Brunak, „dann können diese Daten über den Namen leichter mit anderen Informationen verknüpft werden.“ Auf diese Weise lassen sich auch sehr heterogene Datenquellen noch gut handhaben – was zu besseren Ergebnissen führe als die Analyse von Daten, die alle einen ähnlichen Typus repräsentieren.

Mein Fitness-Armband macht mich fett

Smartwatch mit Fitness-Gen
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Besser noch mal vor die Tür: Die Smartwatch Gear Fit zählt die Schritte – hier ist die angepeilte Marke von 10.000 noch nicht erreicht.

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Die Daten lassen sich per Funk aufs Smartphone übertragen. Allerdings ist die Gear Fit derzeit nur mit bestimmten Samsung-Geräten kompatibel, im Bild das Galaxy S5.

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Die Smartphone-App S Health zeigt an, wie viele Schritte man schon gemacht hat. Viele andere Auswertungsmöglichkeiten gibt es aber nicht.

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Die Daten können auch in anderen Apps verwendet werden – „S Health Sleep“ wertet beispielsweise die Schlafgewohnheiten aus.

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„Hurra! Sie sind bereit.“ Ein Trainingsprogramm soll zu mehr Aktivität motivieren. Dehnübungen und Krafttraining lassen sich mit dem Gerät indes nicht messen.

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Mit dem Gerät lässt sich außerdem der Puls messen – auf der Rückseite ist ein Sensor eingebaut.

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Schlankes Design: Die Gear Fit (oben) ist deutlich dezenter als die anderen Smartwatch-Modelle von Samsung, hier etwa die Gear 2.

Probleme sehen Experten allerdings bei der Verfügbarkeit der Daten für wissenschaftliche Untersuchungen. Bei Discovery befinden die Gesundheitsdaten exklusiv in der Hand eines kommerziellen Anbieters. „Für die medizinische Forschung wäre es besser, wenn diese Daten offen verfügbar wären“, meint Jan Schalllaböck, Datenschutzexperte der Anwaltskanzlei iRights.law.

Nicht hinreichend geklärt seien außerdem die Folgen von Big Data Mining für Drittbetroffene. „Die Analyse der Daten macht es möglich, Personen, die eine Kombination von bestimmten Merkmalen vorweisen, ein Kostenrisiko für die Versicherung zuzuschreiben. Dabei muss der Betroffene nicht einmal an dem Programm teilnehmen, die erhöhte Versicherungskosten muss er dennoch tragen“, so Schalllaböck.

Ein anderes Problem: Was als Belohnung beginnt, könnte schon bald als explizite Benachteiligung von Versicherten wahrgenommen werden, die sich der Live-Überwachung ihrer Körperfunktionen durch die Krankenkasse verweigern. Gewiss: Bei dem Versicherungsmodell, welches Discovery und Generali gemeinsam anbieten wollen, sind zwar keine günstigeren Tarife vorgesehen, sondern lediglich Wertgutscheine. Dass es dabei nicht bleiben muss, zeigt jedoch das Modell von United Health Care in den USA: Hier erhalten Versicherte, die an Vorsorgeprogrammen teilnehmen, bereits heute günstigere Tarife.

Zudem stiftet der Reduktionismus, der mit datenbasierten Empfehlungen zum Lebensstil meist einhergeht, auch nicht immer den gewünschten Nutzen. Gesundheitsempfehlungen von Fitness-Apps wie Jawbone, My Coach oder Nike Plus, auf welche Discovery bei der Erhebung der Versichertendaten zurückgreift, bringen in manchen Fällen sogar das Gegenteil des gewünschten Effektes hervor.

So beklagten sich einige Teilnehmer an den Programmen bereits darüber, dass ihr Fitness-Armband sie fett gemacht hätte: Eine vermeintliche Diät führte bei ihnen zu einer Gewichtszunahme, weil der Algorithmus, der die Menge der erlaubten Kalorien unter Berücksichtigung der gemessenen sportlichen Aktivitäten berechnen sollte, schlicht falsche Zahlen lieferte.

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