Der Rezepter CCR7 zeigt Abwehrzellen der Haut den Weg zu den Lymphknoten
Wegweiser zum Immunsystem

Ein kleiner Rezeptor namens CCR7 lotst Abwehrzellen der Haut in die Lymphbahnen - und spielt somit eine entscheidende Rolle beim Transport von körpereigenem und fremdem Material in die Schaltstellen des Immunsystems. Diese Entdeckung gelang einem Forscherteam um Reinhold Förster, Direktor des Instituts für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

HB DÜSSELDORF. "CCR7 ist der Schlüssel, der bestimmten Abwehrzellen in der Haut, den dendritischen Zellen, bei Entzündungen oder unter normalen Bedingungen den Weg in die Lymphbahnen öffnet", erläutert Förster, "Diese Erkenntnis hilft uns, entzündliche Prozesse und Autoimmunerkrankungen der Haut besser zu verstehen."

CCR7 gehört zu den so genannten Chemokin-Rezeptoren. Als kleines Molekül sitzt es auf der Oberfläche von Abwehrzellen und dient als Andockstelle für chemische Lockstoffe. Über diese Chemokine kommunizieren die Zellen miteinander - zum Beispiel, um sich gegenseitig mitzuteilen, wo fremde Organismen wie Viren in den Körper eingedrungen sind. Eine besonders wichtige Aufgabe übernehmen dabei die dendritischen Zellen: Sie erkennen virale und bakterielle Antigene oder auch Tumoren, nehmen Bruchstücke der Fremdstoffe in sich auf und wandern damit in die Lymphknoten, den Zentralen des Immunsystems. Dort präsentieren die Zellen ihre Fundstücke und ermöglichen es so anderen Abwehrzellen, den T-Zellen, die "Feinde" zu erkennen und zu bekämpfen.

Die neue Erkenntnis: CCR7 ist das entscheidende Molekül, damit dendritische Zellen aus der Haut in die Lymphbahnen einwandern und sich zu den Lymphknoten begeben. Die Präsentation der aufgenommenen Stoffe spielt aber nicht nur bei der Immunabwehr gegen eingedrungene Erreger eine Rolle, sondern sorgt auch dafür, dass sich Autoimmunerkrankungen nicht entwickeln können. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Immunität und Toleranz zwei Seiten einer Medaille sind, die beide von CCR7 abhängen. Dies könnte helfen, neue Medikamente zu entwickeln", sagt Lars Ohl, ein Mitarbeiter Försters und Erstautor der Studie.

An der Studie sind auch das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin und der Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen beteiligt. Die Ergebnisse sind im Wissenschaftsjournal "Immunity" publiziert worden.

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