Deutsch-skandinavisches Gemeinschaftsunternehmens soll eigene Stationen für wenig pflegebedürftige Patienten einrichten. Neuer Dienstleister Abbakus setzt auf Hotelfachkräfte im Krankenhaus

Es klingt paradox: Die neu gegründete Abbakus GmbH will den gastronomischen Standard deutscher Krankenhäuser verbessern – und ihnen gleichzeitig helfen, Betriebskosten zu sparen. Dabei richtet sich das Angebot des deutsch-skandinavischen Gemeinschaftsunternehmens nach Angaben von Franz-Josef Richter nicht etwa an Privatkliniken für begüterte Selbstzahler. Zielgruppe sind in erster Linie öffentliche Krankenhäuser, die sich gegen den gegenwärtigen Privatisierungsdruck stemmen wollen.

lee BERLIN. Schon seit Jahren gliedern immer mehr Krankenhäuser in Deutschland die nicht zum medizinischen Kerngeschäft zählenden Dienstleistungsbereiche aus. Catering, Wäscherei und Bodenreinigung fallen meist in die Zuständigkeit externer Dienstleister, die ihr Personal nicht nach dem teuren Bundesangestelltentarif (BAT) bezahlen müssen und daher kostengünstiger arbeiten. Einer der zahlreichen Dienstleister auf diesem Markt ist die Ahr Careoffice GmbH & Co in Oberhausen.

Das 1890 als Glasreinigungsinstitut gegründete Familienunternehmen Ahr versorgt nach eigenen Angaben 290 Krankenhäuser mit Dienstleistungen. „Unsere Tochter Abbakus soll einen großen Schritt weiter gehen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Markus Ahr. Statt einzelner Dienstleistungen soll sie in Krankenhäusern eigene Stationen für wenig pflegebedürftige Patienten einrichten.

„Für den Bau einer solchen Hotelstation muss man zwischen 250 000 und 300 000 Euro investieren“, sagt Ahr. Da solche Summen für die meisten Krankenhäuser angesichts des steigenden Kostendrucks unerschwinglich sind, will Abbakus auf der Basis von Leasingverträgen agieren. „Wir übernehmen die Investition, und die Refinanzierung erfolgt über die Ersparnis von Betriebskosten“, erläutert Ahr.

Für die gastronomische Versorgung kalkulieren Krankenhäuser nach Angaben aus der Branche etwa 150 Euro pro Tag und Patient. Abbakus kann nach eigenen Angaben einen besseren Service für 110 Euro pro Tag anbieten. Das funktioniere vor allem, weil zum Teil medizinisch angelernte Hotelfachkräfte zum Einsatz kommen sollen, deren Löhne deutlich unter denen der Krankenschwestern liegen.

„Qualifizierte Pflegekräfte sollen sich bei uns auf wirklich pflegerische Aufgaben konzentrieren“, erläutert Abbakus-Chef Richter. In Skandinavien sei das Modell bereits erfolgreich etabliert. Seit zehn Jahren betreibt die ebenfalls an Abbakus beteiligte Firma Hospitel Hotelstationen in öffentlichen Krankenhäusern.

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