Diabetesbedingte Durchblutungsstörung gestoppt
Ärzte nutzen Auge als Medikamentendepot

Zuckerkranke Menschen leiden häufig unter einer schweren Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Auf Grund der Störung im Stoffwechsel sterben Blutgefäße in der Netzhaut ab oder werden durchlässig.

hsn DÜSSELDORF. Die Heilungsmöglichkeiten der verschiedenen Symptome sind begrenzt. Durch eine optimale Einstellung des Blutzuckerwertes und Laserbehandlungen kann das Fortschreiten der Erkrankung lediglich verhindert werden. Als letzte Möglichkeit werden aufwendige Operationen durchgeführt, die allerdings nur selten zu einer besseren Sehfähigkeit führen.

Mit einer neuen Behandlungsmethode gelingt es Augenchirurgen der Augen- und Laserklinik Castrop-Rauxel, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder in Einzelfällen sogar die Sehfähigkeit wieder zu verbessern. Die Mediziner nutzen dabei das Innere des Auges als Depot für Medikamente, mit denen sie die Durchblutungsstörungen behandeln.

Das Besondere der neuen Methode: Die medizinischen Wirkstoffe werden unter lokaler Betäubung direkt ins Augeninnere, den Glaskörper, gespritzt, welcher dann quasi als Depot wirkt. Dort entfalten sie bis zu neun Monate lang ihre Wirkung.

Die Augenärzte der Klinik arbeiten seit etwa zwei Jahren mit dieser Methode. „Mit dieser Behandlung sind wir nicht nur in der Lage, die krankhaften Veränderungen im Auge zu stoppen, sondern erreichen in den vielen Fällen sogar eine deutliche Verbesserung der Sehfähigkeit unserer Patienten“, sagt Christoph Lindemann, Geschäftsführer das Castroper Augenklinik.

Zwei Drittel aller Diabetiker sind von den Durchblutungsstörungen der Netzhaut betroffen. Der Beginn der Netzhauterkrankung ist gekennzeichnet durch kleine rötliche Punkte auf der Netzhaut. Diese entstehen durch Gefäßaussackungen oder Punktblutungen. Viele diabetische Netzhauterkrankungen bleiben jedoch lange Zeit ganz ohne Symptome, da noch keine zentralen Teile der Netzhaut betroffen sind. Erst nach Jahren kann sich die Sehkraft dann ziemlich plötzlich verschlechtern. Deshalb sei es für Diabetiker besonders wichtig, auch ohne Beschwerden regelmäßige Untersuchungen durchführen zu lassen, rät Lindemann.

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