Dialyse
Spezielle Blutwäsche gibt EHEC-Patienten Hoffnung

Mediziner der Universität Greifswald haben bei der Behandlung besonders schwer erkrankter EHEC-Patienten möglicherweise einen Durchbruch erzielt. Eine spezielle Blutwäsche könnte Patienten mit einem schweren Verlauf des hämolytisch urämischen Syndroms (HUS) helfen.
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Andreas Greinacher, Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin an der Universität Greifswald, hat eine deutliche Verbesserung des Zustandes von vier an HUS erkrankten Patienten erreicht, wie er dem Handelsblatt bestätigte.

Greinacher und sein Bonner Kollege Professor Bernd Pötsch sind bei der Suche nach der Ursache für den besonders schweren Erkrankungsverlauf, bei dem die Patienten auch unter Bewusstseinsstörungen leiden, auf einen so genannten Autoantikörper gestoßen. Das ist eine Eiweißstruktur, die körpereigenen Stoffe angreift. Zusätzlich zu der Blutwäsche, die bei den an HUS erkrankten Patienten die Giftstoffe und Bakterien herausfiltert, wird nun eine weitere Dialyse angewandt, bei der mit Spezialfiltern die Antikörper aus dem Blut gefiltert werden. Das gesamte übrige Blut wird dem Patienten wieder zugeführt.

„Wichtig war es zu erkennen, dass neben den Giftstoffen und Bakterien noch ein weiterer Faktor bei den schwer erkrankten Patienten hinzukommt“, sagte Greinacher. Das Uniklinikum Greifswald hat nach seinen Angaben eine große Erfahrung mit einer solchen speziellen Antikörper-Dialyse. Sie wird unter anderem bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie Herzmuskelschwäche oder Rheuma angewandt. Die für die Dialyse nötigen Produkte kommen von Firmen wie dem Dax-Konzern Fresenius Medical Care aber auch dem in Famlienhand befindlichen Medizintechnikunternehmen B Braun Melsungen. 

Nachfrage nach Dialyse-Produkten deutlich gestiegen

Bei Fresenius Medical Care, dem weltweit größten Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, ist seit dem EHEC-Ausbruch im Mai die Nachfrage nach Einmalprodukten für die Dialyse, wie Plasmafilter und Schlauchsysteme in Deutschland deutlich gestiegen, wie ein Sprecher dem Handelsblatt sagte. Das Werk in St. Wendel im Saarland habe die Produktion hochgefahren.   

Transfusionmediziner Andreas Greinacher und sein Kollege aus Bonn sind mittlerweile dabei, anderen Kliniken ihre Behandlung für die schwer erkrankten Patienten zu erläutern. „Wir stehen in engem Kontakt mit den anderen Zentren, die EHEC-Patienten behandeln“, sagte Greinacher. „Unser Behandlungserfolg ist ermutigend, aber es ist noch zu früh, um genauere Prognosen abgeben zu können“, sagte er.

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