Die Grippewelle ist da: Ausgeknockt, von jetzt auf gleich

Die Grippewelle ist da
Ausgeknockt, von jetzt auf gleich

Die Wartzimmer der Hausärzte sind voll. Taschentücher, Nasenspray und Fiebermittel haben Hochkonjunktur: Grippe und ähnliche Erkrankungen zwingen immer mehr Deutsche ins Bett. Warum uns die Welle stärker erwischt als in den vergangenen Jahren.
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Berlin/BraunschweigDie Grippe nimmt Deutschland immer fester in den Griff. „Stark erhöhte Influenzaaktivität“ meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) bundesweit schon seit zwei Wochen, aber zuletzt schnellten die Zahlen bestätigter Grippefälle rasant nach oben: Über 18.000 insgesamt in der diesjährigen Grippesaison, mehr als ein Drittel davon (6.251) allein in der 7. Kalenderwoche. Nicht eingerechnet ist dabei die immense Dunkelziffer der nicht im Labor bestätigten Fälle.

„Wie hoch diese Dunkelziffer genau ist, wissen wir nicht. Aber es gibt eine erhebliche Untererfassung“, bestätigt die Sprecherin des Robert Koch-Instituts, Susanne Glasmacher. Aus den Arztpraxen werden laut AGI folgende Zahlen gemeldet: Hochgerechnet etwa 1,5 Millionen Menschen gingen in Deutschland allein in der vergangenen Woche mit Grippe oder anderen Atemwegserkrankungen zum Arzt.

Dort drängten sie sich dann zusammen mit anderen Schniefenden und Hustenden in pickevollen Wartezimmern. Und einige große Arbeitgeber klagen bereits über hohe Krankenstände.

Grippe oft mit Erkältung verwechselt

Eine Grippe meldet sich plötzlich mit raschem Temperaturanstieg, großer Abgeschlagenheit, heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Auslöser sind Influenza-Viren, die meist durch Tröpfcheninfektion - also beim Niesen, Husten oder Sprechen - von Mensch zu Mensch übertragen werden. Schwere Infektionen wie Lungen- und Herzmuskelentzündung können folgen.

Erkältungen, auch grippale Infekte genannt, weisen häufig ähnliche Symptome auf. Der Krankheitsverlauf steigt aber in der Regel weniger sprunghaft an und ist meist weniger schwer. Da es rund 200 verschiedene Erkältungsviren gibt, kann man mehrmals hintereinander erkältet sein.

Der Süden ist besonders betroffen - und Auswirkungen bekommen auch diejenigen zu spüren, die gar nicht krank sind. Im Raum Karlsruhe etwa werden die Stadtbahnführer knapp und der Nahverkehr gerät seit Tagen mächtig in Stocken. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ steht deshalb der Stadtbahn-Chef selbst stundenweise in den Führerstand.

So schlimm ist es bei anderen regionalen Arbeitgebern noch nicht. Etwa bei der Kreissparkasse Düsseldorf. „Wir stellen einen höheren Krankenstand als in Vergleichsmonaten fest“, sagt Pressesprecher Lutz Strenger. Das liegt einerseits an der Grippewelle, andererseits an einem hartnäckigen Magen-Darm-Virus. Als „Flächensparkasse“ mit insgesamt 650 Mitarbeitern ist das Einzugsgebiet entsprechend groß – und damit auch die Infektionsgefahr. In stark frequentierten Filialen ist die Chance natürlich größer, Grippe-kranke Kunden vor sich zu haben. Bereits der Weg zur Arbeit im ÖPNV ist für Pendler ein Risikoherd. So problematisch, dass Grippeimpfungen für die Belegschaft angeboten werden, ist der Krankenstand am Ende nicht. Aber die Kreissparkasse setzt auf Handdesinfektion und Eigenverantwortung.

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