Die Schlaf-Revolution
Dann schlaft mal schön!

Spätestens mit „Thrive“ hat Arianna Huffington auch als Buchautorin auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt hat die Gründerin der Huffington Post einen Ratgeber zum Thema Schlaf geschrieben – mit erschreckenden Erkenntnissen.
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DüsseldorfBill Clinton weiß inzwischen, wie man Fehler eingesteht: „Jeden wichtigen Fehler, den ich in meinem Leben gemacht habe, habe ich gemacht, weil ich müde war“, sagte der ehemalige US-Präsident 2001 in einem Interview und meinte damit auch Fehler innerhalb seiner Amtszeit.

Schlaf ist etwas für Schwache. Vier, fünf Stunden pro Nacht - das muss reichen. Wer etwas erreichen will auf der Karriereleiter, der sollte sich angewöhnen, Nächte durchzuarbeiten und auch mit wenig Schlaf klarzukommen. Fraglos: Es gibt dieses Klischee und es wird von Millionen Managern gelebt - teilweise, weil es vermeintlich nicht anders geht, oft aber auch, um einem Mainstream-Image gerecht zu werden.

Arianna Huffington zeigt, wie falsch es ist, regelmäßig weniger als sieben Stunden pro Nacht zu schlafen. Es ist erstaunlich, wie viele wissenschaftliche Studien es zum Thema Schlaf inzwischen gibt - die Forschung hat hier in den vergangenen Jahren gewaltige Sprünge gemacht. Und beinahe noch erstaunlicher ist, dass die Autorin die meisten dieser Studien kennt

Die Gründerin der Huffington Post hat mit „Die Schlaf-Revolution“ eine wahre Fleißarbeit hingelegt. Der Nachteil für den durchschnittlichen Leser: Es geht über 400 Seiten lang - und nicht alle sind gleichermaßen spannend.

Das Paradoxe ist ja: „Auch wenn wir heute mehr über den Schlaf wissen glauben als zu jeder anderen Zeit in der Geschichte, gelingt es uns immer weniger, tatsächlich genug Schlaf zu finden.“ 40 Prozent der Amerikaner bekämen weniger als das empfehlende Minimum von sieben Stunden Schlaf pro Nacht, so die Autorin und nennt das eine „Volkskrankheit“. Ein Drittel der Deutschen und über 65 Prozent der Japaner geben an, nicht genug Schlaf zu bekommen. Der durch den Schlafmangel entstehende Produktivitätsverlust beträgt allein in den USA 63 Milliarden Dollar pro Jahr.

Viele sehen im Schlaf eine nutzlose Zeit, aber für unseren Körper und vor allem unser Gehirn sind diese Stunden der Ruhe extrem wichtig. Die Gründe für den Schlafmangel sind vielfältig - und man muss der Autorin zugute halten, dass sie sauber differenziert zwischen biologischen Ursache, die eher als Krankheit anzusehen sind, und quasi selbstverschuldeten: Elektronische Geräte senden „blaues Licht“ aus, das uns beim Einschlummern hindert. Der Zeitdruck ist gefühlt deutlich angestiegen. Man regt sich auch spätabends noch über Emails oder sonstige Nachrichten auf.

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