Digitale Verwaltung
Krankenhäuser gehen mit IT auf Sparkurs

Mit digitaler Technik lässt sich in der Klinikverwaltung vieles vereinfachen. Trotzdem scheuen viele Betreiber den Aufwand und sparen an der IT. Dabei kann eine krankenhausweite digitale Dokumentation die Verwaltung effizienter und profitabler machen.
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BERLIN. Das medizinische Wissen verdoppelte sich bisher alle acht Jahre; Experten erwarten, dass dies künftig in vier Jahren der Fall sein wird. Ärzte müssen im Klinikalltag aber schnell und sicher entscheiden - ein ausgedehntes Studium in der Bibliothek verbietet sich bei Akutfällen. Im Hamburger Asklepios Future Hospital (AFH) hilft nun die IT - die Klinikkette hat ein neues Wissensmanagementsystem installiert.

Wenn eine Diagnose nicht eindeutig ist oder wegen einer Mehrfacherkrankung Komplikationen auftreten können, greifen die Mediziner auf das System zurück. Dort sind Tausende Fälle und Diagnosen gespeichert, die sich über eine Suchmaschine schnell finden lassen. Das System verweist auf die Spezialisten in der Klinik zum jeweiligen Thema und passende Publikationen. "Der Arzt kann mit einem Klick auf das gewünschte Experten-Profil per E-Mail, Telefonanruf oder auch Instant Messaging eine Zweitmeinung erbeten oder den Fall per Videokonferenz besprechen", sagt Uwe Pöttgen, IT-Chef der Asklepios-Gruppe. Künftig soll das System auch externes Wissen zugänglich machen.

Ohnehin ist das AFH stark vernetzt: Von der Augenklinik bis zur Radiologie werden Befunde und Berichte automatisch im Krankenhaus-Informationssystem abgelegt. Sogar die Pfleger können auf alle wichtigen Patientendaten zugreifen.

Voraussetzung dafür ist ein zentrales IT-Management, damit sich die Daten zwischen den rund 5 000 Computerarbeitsplätzen austauschen lassen. Unter dem Namen "One-IT" integriert Asklepios seine an verschiedenen Klinikstandorten sitzenden medizinischen Spezialisten in das Netzwerk. "Die Ärzte, gleich an welchem Standort sie sind, können sich so mit Kollegen austauschen, Diagnose und Therapie eines Patienten besprechen und gleichzeitig Röntgen- und Ultraschallbilder am Bildschirm ansehen", sagt Pöttgen. Außerdem können die Mediziner auch von zu Hause aus online auf ihren Arbeitsplatz samt Labor- und Bildarchiv zugreifen.

Das macht Behandlungen besser und günstiger, dennoch scheuen viele Kliniken hierzulande den Aufwand. Nach einer Erhebung des Verbands der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG) liegt die IT-Durchdringung in deutschen Krankenhäusern nur bei 40 Prozent. Die Kliniken stecken im Schnitt lediglich zwei Prozent des Umsatzes in ihre IT. Dabei ist die krankenhausweite digitale Dokumentation Bedingung für eine vollständige Leistungsabrechnung und die immer stärker geforderten Qualitätsnachweise.

"Das deutsche Gesundheitssystem liegt in der Informationsverarbeitung Jahre zurück. Der Austausch erfolgt überwiegend per Fax, E-Mail, Telefon oder Briefpost", kritisiert August-Wilhelm Scheer, Präsident des ITK-Branchenverbandes Bitkom. Das sei unsicher, verursache Fehler sowie hohe Kosten und Bürokratie.

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