Ebola-Entdecker Piot:
WHO hat im Fall von Ebola verschlafen

Die Warnungen kamen schon im Winter, dass es zu ernsten Problemen kommen würde, war laut Ebola-Entdecker Peter Piot absehbar. Doch der wichtigste Player, die WHO, stieg erst im Sommer ein. Zu spät, findet der Forscher.
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Paris/ GenfDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach Ansicht des Ebola-Entdeckers Peter Piot zu langsam auf den Ausbruch des Virus in Westafrika reagiert. Bereits im März sei gewarnt worden, dass sich seit Dezember 2013 eine Ebola-Epidemie entwickele, sagte der belgische Forscher der Pariser Zeitung „Libération“ (Dienstag).

„Ungeachtet von Anforderungen durch MSF (Ärzte ohne Grenzen) ist die WHO nicht vor Juli aufgewacht“, kritisierte der belgische Wissenschaftler, der das Ebola-Virus 1976 in Zaire (Kongo) entdeckte. „Inzwischen hat sie die Führung übernommen, aber das kam spät.“

Der 65-Jährige warnte, dass die Ebola-Epidemie noch weit schlimmere Folgen haben könne als bisher. Seit sechs Monaten braue sich etwas zusammen, was man einen „perfekten Sturm“ nennen könne. „Es ist alles dafür beisammen, dass er aufheulen könnte“, erklärte Piot unter Hinweis auf den Zerfall der Gesundheitssysteme in Ländern wie Liberia und Sierra Leone, die lange Bürgerkriege hinter sich haben.

Für westliche Länder sieht Piot keine ernste Gefahr durch Ebola. Es sei zwar möglich, dass einzelne Fälle von Ebola auftreten. Moderne Gesundheitssysteme könnten damit aber fertig werden. Ebola-Viren würden sich keineswegs so leicht verbreiten wie etwa Grippe-Erreger.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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