Ebola in Spanien
Ebola-Infizierte in Spezialklinik verlegt

In Europa ist es zur ersten Ebola-Infektion gekommen. Eine spanische Krankenschwester hat sich mit dem Virus angesteckt. Obama sieht dank des „Weltklasse“-Gesundheitssystems der USA keine Epidemie-Gefahr für sein Land.
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Düsseldorf, MadridNach der Ebola-Infektion einer Madrider Pflegehelferin, die mittlerweile in eine Spezialklinik verlegt worden ist, schließen die spanischen Gesundheitsbehörden weitere Fälle nicht grundsätzlich aus. „Die Wahrscheinlichkeit von Infektionen ist gering, aber sie existiert“, sagte Fernando Simón, Chef der Notfallzentrale des Ministeriums, dem Radiosender Cadena Ser am Dienstag. Die Behörden erstellten eine Liste mit den Menschen, die mit der an Ebola erkrankten Frau Kontakt hatten.

Die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato erklärte, es seien sofort alle Maßnahmen ergriffen worden, um sich um die Patientin zu kümmern. Die Gesundheit der Menschen, die sie behandeln und die der Bürger werde geschützt, versicherte Mato: „Wir arbeiten daran, die Ansteckungsquelle zu identifizieren“. Man habe auch bereits damit angefangen, alle Personen ausfindig zu machen, mit denen die Frau Berührungspunkte hatte.

Wie die spanische Zeitung „El Pais“ berichtete, hatte die aus Galizien stammende Hilfsschwester Kontakt mit dem an Ebola erkrankten Geistlichen Manuel García Viejo im Krankenhaus Carlos III in Madrid, wo sie arbeitete. García Viejo verstarb am 25. September, nachdem er sich als Missionar in Sierra Leone mit dem Virus angesteckt hatte. Laut dem Bericht war die Frau am Montagmorgen mit Fieber ins Krankenhaus gekommen, wo die Analyse von zwei Blutproben ergab, dass sie sich mit dem Ebola-Virus infiziert hat.

Der Ehemann der Frau wurde unter Quarantäne gestellt, wie die Leiterin der staatlichen Gesundheitsbehörde, Mercedes Vinuesa, am Dienstag vor dem Parlament berichtete. Für die Behandlung der Kranken stünden in Spanien verschiedene Mittel bereit, die seit Montag angewandt würden, sagte sie, ohne weitere Details zu nennen. Zugelassene Medikamente oder einen Impfstoff gegen Ebola gibt es noch nicht.

Gesundheitsministerin Ana Mato berief eine Krisensitzung ein. An der Ebola-Epidemie sind nach aktuellen Angaben der Vereinten Nationen inzwischen 3.338 Menschen gestorben. Insgesamt infizierten sich 7.178 Patienten mit dem Virus, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch bekanntgab.

Bislang hatten Experten es für unwahrscheinlich gehalten, dass sich Menschen außerhalb Afrikas mit dem Virus infizieren könnten und auf die weitaus besseren Hygienestandards und Schutzmöglichkeiten verwiesen. Die Weltgesundheitsorganisation bestätigte, es habe bei der jüngsten Ebola-Epidemie bislang keinen Fall einer Ansteckung außerhalb Westafrikas gegeben.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen teilte am Montag mit, dass sich zudem eine norwegische Mitarbeiterin in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus angesteckt hat. Die Frau sollte zur Behandlung in das Osloer Universitätsklinikum geflogen werden.

Eine weitere schlimme Nachricht kam aus Afrika: In Uganda ist das eng mit Ebola verwandte Marburg-Fieber ausgebrochen. Ein Klinikmitarbeiter in dem ostafrikanischen Land erlag dem Virus, mehrere haben sich möglicherweise infiziert. Insgesamt stünden 80 Menschen in Quarantäne unter Beobachtung, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheitsdienstes, Jane Aceng, der Nachrichtenagentur dpa in Kampala. Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren.

Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden. Bei dem Marburg-Opfer handelte es sich um einen 30-jährigen Röntgenassistenten eines christlichen Missionskrankenhauses in der Hauptstadt Kampala. Er sei am 28. September gestorben, so die Behörden. Infektionen mit dem Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehr oft tödlich. Das Virus verursacht starke Blutungen.

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Obama verweist auf „Weltklasse“-Gesundheitssystem der USA

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