Ebola-Infizierte
Spanische Patientin hat offenbar kein Ebola mehr

Die mit dem Ebola-Virus infizierte Pflegehelferin in Madrid wird am Dienstag Gewissheit haben. Dann soll ein Test zeigen, ob sie die Krankheit überstanden hat. Aber: Gesund ist sie längst noch nicht.
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MadridDie spanische Ebola-Patientin wird noch längere Zeit im Krankenhaus bleiben. Die Lungen und andere Organe der Pflegehelferin seien stark angegriffen worden, sagte der Sprecher der Expertenkommission der spanischen Regierung, Fernando Simón, am Montag in Madrid. Bei der 44-Jährigen waren am Sonntag bei einem Bluttest aber keine Ebola-Viren mehr festgestellt worden Ein zweiter Test an diesem Dienstag solle das Ergebnis bestätigen. Nur wenn dieser Befund ebenfalls negativ ausfalle, könne man sagen, dass die Patientin die Infektion überwunden habe, betonte der Sprecher. Der zweite Test sei notwendig, weil die Frau bis Freitag mit Medikamenten behandelt worden sei, die eine Präsenz von Ebola-Viren verdecken könnten.

Welche Therapien die spanischen Mediziner bei der Pflegehelferin anwandten, wurde offiziell bislang nicht mitgeteilt. Es gilt als sicher, dass die Patientin Blutserum von Spendern erhielt, die eine Ebola-Infektion überlebt und Antikörper entwickelt hatten. Zudem sollen ihr verschiedene experimentelle Medikamente verabreicht worden sein. Dazu könnten nach Medienberichten eine Kombination von verschiedenen Antikörpern sowie ein in Japan entwickeltes Medikament gehören, das eigentlich für die Bekämpfung von Grippe gedacht ist.

Die 44-Jährige hatte sich in Madrid bei der Behandlung eines Missionars angesteckt. Der Fall in Spanien war die erste Ebola-Übertragung von Mensch zu Mensch in Europa gewesen. Die 15 Kontaktpersonen der Pflegehelferin, die in der Isolierstation der Madrider Carlos-III-Klinik unter Beobachtung stehen, wiesen weiterhin keine Ebola-Symptome auf. Wenn dies so bleibe, sollen sie in den kommenden Tagen nach und nach entlassen werden.

Der Ehemann der Patientin will die Behörden verklagen. „Ich werde vor Gericht beweisen, dass die Bewältigung der Ebola-Krise ein großes Pfuschwerk war“, kündigte der Mann auf einem Video an, das eine Sprecherin der Familie der Presse übergab. „Ich werde meinen letzten Blutstropfen dafür hergeben, ihre Ehre und Würde zu verteidigen.“ Einzelne Politiker hatten nach dem Bekanntwerden der Infektion indirekt der 44-Jährigen eine Mitschuld gegeben. Sie soll angeblich beim Ausziehen des Schutzanzugs nicht vorsichtig genug gewesen sein. Der Ehemann befindet sich ebenfalls zur Beobachtung in der Isolierstation der Madrider Carlos-III-Klinik.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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