Ebola Westafrika kämpft immer noch

Mehr als ein Jahr hat das tödliche Ebola-Virus in Westafrika jetzt gewütet. Ganz allmählich bekommen die Helfer die Seuche anscheinend in den Griff. Wie es aber im Kampf gegen die Krankheit weiter geht, ist unklar.
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Der Kampf gegen Ebola geht in Westafrika weiter. Quelle: Reuters
Westafrika

Der Kampf gegen Ebola geht in Westafrika weiter.

(Foto: Reuters)

Brüssel/BerlinBei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie haben die Präsidenten der von Ebola erschütterten Länder Westafrikas vor Ermüdungserscheinungen gewarnt. Die vollständige Ausrottung der Seuche sei eine schwierige Aufgabe, mahnte etwa der Präsident von Guinea, Alpha Condé, bei einer internationalen Konferenz am Dienstag in Brüssel. „Es ist einfacher von hundert (Krankheitsfällen) auf zehn zu kommen als von zehn auf null.“

Ebola hat in Guinea, Sierra Leone und Liberia nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher mehr als 9500 Tote gefordert, Verdachtsfälle eingeschlossen. Allerdings sinken die Zahlen der Neuansteckungen inzwischen.

„Unsere drei Länder beginnen, über die tödliche Krankheit zu triumphieren, die die Souveränität jedes unserer Länder bedroht hat“, sagte Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Allerdings seien weitere Anstrengungen nötig, damit es irgendwann keine neuen Ansteckungen gebe.

Die Bundeswehr beendet derweil ihren Einsatz für Ebola-Kranke in Liberia. „In den nächsten Tagen werden die letzten Soldaten ausgeflogen, zuerst die freiwilligen Helfer, danach das Unterstützungsteam“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Die Luftbrücke werde dann zum Monatsende eingestellt.

Nach dem Weggang der Bundeswehr soll das Deutsche Rote Kreuz mit rund 25 internationalen Delegierten in Monrovia bleiben und das Behandlungszentrum, das mit Hilfe der Bundeswehr aufgebaut worden war, mit lokalen Angestellten weiterführen.

Zehn Krankheiten, die nicht auszurotten sind
Malaria
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Forscher warnen, dass der Klimawandel Einfluss auf die Verbreitung von Malaria haben könnte. Durch die Erderwärmung vermehren sich die als Malariaüberträger bekannten Mücken stärker als früher.

Pferdemetzger
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Die klassische Lebensmittelvergiftung, der sogenannte Botulismus, wird meist durch verdorbenes Fleisch und nicht fachgerecht eingekochtes Gemüse hervorgerufen. Botulismus ist nicht ansteckend und zeigt sich meist durch Sehstörungen sowie Probleme beim Sprechen und Schlucken. In schweren Fällen lähmt der Erreger Clostridium botulinum die inneren Organe, Erbrechen und Durchfall stellen sich ein. Betroffene sterben ohne Behandlung meist an Ersticken.

Bergmann der Zeche Lohberg/Osterfeld
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Eine zu Zeiten des Kohleabbaus im Ruhrgebiet weit verbreitete Krankheit ist die Staublunge. Trotz spezieller Filter und Schutzmasken, die die Lungen der Bergarbeiter schützen sollen, gibt es immer noch Krankheits- und Todesfälle durch die hohe Feinstaubbelastung. Jüngere Bergarbeiter sollen laut National Public Radio stärker betroffen sein, da die Krankheit bei ihnen schneller voranschreitet.

10.000 Menschen sterben täglich durch verschmutztes Wasser
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Die Durchfallerkrankung Cholera fordert jedes Jahr unzählige Todesopfer. Schuld ist verunreinigtes Wasser, deshalb verbreitet sich die Krankheit vor allem in den Armenvierteln dieser Welt. Das Erdbeben von Haiti rief vor vier Jahren eine große Cholera-Epidemie hervor. Seitdem sind laut Statistiken rund 8400 Menschen an Cholera gestorben.

Befund von Tuberkulose
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Trotz Impfmöglichkeiten und Antibiotika konnte die Tuberkulose bisher nicht besiegt werden. Ein Grund ist eine resistente Mutation des Erregers, die sich seit den Achtzigern verbreitet hat. Die Krankheit befällt meist die Atemwege, allerdings ist auch ein Befall des Nervensystems und der Organe möglich. Tuberkulose ist nach Aids der zweitgefährlichste Erreger, laut WHO starben 2010 1,4 Millionen Menschen an der Krankheit.

Schluckimpfung
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Polio war bereits einmal beinahe ausgerottet – ein Mangel an Impfungen führte seit der Jahrtausendwende allerdings zu zahlreichen Neuerkrankungen. Vor allem in Afrika ist die Krankheit wieder auf dem Vormarsch, die WHO will mithilfe von Impfprogrammen dagegen vorgehen. Da sich der Erreger seit jeher kaum verändert hat, ist eine Ausrottung der Krankheit mittelfristig nicht unwahrscheinlich, die nötige Schluckimpfung ist kostengünstig und einfach umzusetzen.

Penicillin gegen Syphilis
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Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die aktuell vor allem in Deutschland und Australien verbreitet ist. 2013 meldete das Robert-Koch-Institut 5017 Neuerkrankungen, das sind 600 mehr als im Jahr 2012. Syphilis ist durch die Gabe von Penicillin heilbar. Der deutsche Medizin-Wissenschaftler und Nobelpreisträger, Paul Ehrlich, (Foto) hatte das erste Mittel gegen die Volkskrankheit entwickelt.

Bei der Konferenz ging es um eine Zwischenbilanz im Kampf gegen Ebola und um eine Abstimmung über das weitere Vorgehen - auch bei der tatsächlichen Auszahlung in Aussicht gestellter Gelder. Die internationale Gemeinschaft hat nach Angaben des Konferenzvorsitzes bisher 5,1 Milliarden Dollar (etwa 4,55 Milliarden Euro) zugesagt. Davon seien ungefähr 2,4 Milliarden Dollar (knapp 2,15 Mrd. Euro) ausgezahlt worden.

Neue Finanzzusagen gab es bei der Konferenz in Brüssel nicht. Allerdings planen die Vereinten Nationen eine Geberkonferenz für Ende Mai, wie Helen Clark vom UN-Entwicklungsprogramm ankündigte. Auch bei der Frühjahrstagung der Weltbank Mitte April soll Ebola Thema sein und im Juli will die Afrikanische Union eine Konferenz zum Wiederaufbau organisieren.

Im Rückblick auf den in der Anfangsphase stockenden Kampf gegen die Krankheit sagte der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner: „Da müssen wir alle Lehren draus ziehen, vor allem, dass wir zu spät dran waren.“ Nur die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen habe rasch reagiert. Das Wichtigste sei, dass die internationale Gemeinschaft bei der nächsten Krise schneller antworte.

  • dpa
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