Ehec-Krise
EU stockt Entschädigung für Bauern auf

Die EU will sich die Bauern-Entschädigung mehr kosten lassen, als bisher veranschlagt. Bei der Suche nach der Ehec-Infektionsquelle gibt es derweil neue Ergebnisse.
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HannoverExperten der 27 EU-Mitgliedstaaten kommen am Dienstag in Brüssel zusammen, um über millionenschwere Entschädigungen für Gemüsebauern wegen der Ehec-Krise zu entscheiden.
Für Umsatzeinbußen sollen die europäischen Landwirte laut einem Vorschlag der EU-Kommission 210 Millionen Euro statt der zunächst geplanten 150 Millionen Euro erhalten. Das Geld soll bis Juli bereitstehen und aus dem EU-Agrarhaushalt kommen.

Bei der Suche nach der Ehec-Infektionsquelle sind die Behörden möglicherweise wieder einen Schritt vorangekommen. Die Behörden haben jetzt drei Sprossen-Arten eingegrenzt, wie Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) am Montag in Hannover sagte. Demnach haben fünf erkrankte oder positiv getestete Mitarbeiterinnen des Betriebes im niedersächsischen Bienenbüttel bevorzugt Sprossen von Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn gegessen.

Insgesamt seien neun Mitarbeiterinnen gezielt nach ihrem Sprossenverzehr befragt worden. Vier gesunde Beschäftigte hätten vor allem die Sorten Alfalfa und Würzige Mischung gegessen. Dies könne ein Hinweis auf bestimmte Sprossenarten und damit auf den Ursprung der Infektion durch das Saatgut sein, sagte Özkan. Damit bestätigten sich die bisherigen Warnungen vor Sprossen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte zur Vorsicht auch bei selbst gezogenen rohen Sprossen und Keimlingen geraten.

Am Wochenende war bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Sprossenerzeugers in Bienenbüttel der aggressive Darmkeim nachgewiesen worden. Beide hätten aber bisher keine Symptome, teilten die Behörden mit. „Damit können wir einen weiteren wichtigen Teil einer Indizienkette vorlegen“, sagte Özkan. Bereits im Mai waren drei Mitarbeiterinnen des Betriebes mit Ehec-Symptomen erkrankt.

Bisher ist nicht geklärt, ob Mitarbeiter den Keim eingeschleppt haben oder er durch Saatgut oder andere Quellen in den Betrieb in Bienenbüttel gelangt ist. Auch die Infektionswege der Mitarbeiter sind unklar. Die Aufklärung sei aber wichtig, um Vorsorgesysteme zu entwickeln, damit solche Ereignisse künftig verhindert werden können, erklärte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) in Hannover.

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