Ein Massenphänomen
Wie riskant künstliche Befruchtung ist

US-Experten haben die Risiken für Kinder untersucht, die im Labor gezeugt wurden.

Künstliche Befruchtung ist längst ein Massenphänomen. Allein in Deutschland leben derzeit etwa 100 000 Menschen, die außerhalb des Mutterleibs gezeugt wurden. Diese so genannte In-Vitro-Fertilisation (IVF), wird hier zu Lande seit 1981 eingesetzt, um unfruchtbaren Paaren den Kinderwunsch zu erfüllen. Doch die Methode gilt als riskant: Wissenschaftliche Studien ließen bislang vermuten, dass Krebs oder andere Erkrankungen bei IVF–Kindern häufiger auftreten.

Eine US-Expertengruppe hat jetzt erstmals eine Bestandsaufnahme aller verfügbaren Daten über IVF-Kinder vorgestellt. Ihr Fazit: Tatsächlich treten einige Gesundheitsprobleme bei IVF- Kindern öfter auf. Für andere vermutete Gefahren konnten die Forscher dagegen keine Belege finden.

So ist das Risiko, während oder kurz nach der Geburt zu sterben, bei IVF-Kindern doppelt so hoch wie bei natürlich gezeugten Kindern. Ähnlich groß ist die Gefahr einer Frühgeburt oder eines stark verringerten Geburtsgewichts – Faktoren, die im späteren Leben häufig zu Gesundheitsstörungen führen.

Aufklärung tut Not

Dagegen entdeckten die Wissenschaftler keinen Hinweis auf ein erhöhtes Krebsrisiko. Auch für eine größere Gefahr von Missbildungen konnten die Forscher keine Belege finden. Beides war erst vor kurzem in Studien als mögliches Risiko einer IVF beschrieben worden. „Was wir in dieser Hinsicht gefunden haben, ist eigentlich sehr beruhigend“, sagte Kathy Hudson, die Vorsitzende der Expertengruppe, dem Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins „Nature“.

Über die Ursache der Gesundheitsprobleme bei IVF-Kindern können die Experten nur mutmaßen. Möglicherweise führt die Technik der Befruchtung im Labor zu Störungen in der Entwicklung des Embryos. Vielleicht sind aber auch die eigentlich unfruchtbaren Eltern verantwortlich, etwa durch die Weitergabe von defektem Erbgut an das Kind.

Das Fazit der Expertengruppe: Die IVF birgt bestimmte Risiken, über die Eltern im Vorfeld umfassend aufgeklärt werden müssen.

Quelle: www.news-frankfurt.de

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