Elektronik ermöglicht inzwischen sogar das Stereo-Hören
Hörgeräte werden immer leistungsfähiger

Dank der Miniaturisierung lassen sich immer mehr elektronische Funktionen in ein Hörgerät integrieren. So ermöglichen neuere Hörhilfen nicht nur das Stereohören, sondern sie können per Bluetooth-Funktechnik auch mit dem Handy verbunden werden und erleichtern das Telefonieren.

DÜSSELDORF. Als die Ohren Ludwig van Beethovens nach und nach ertaubten, musste der Komponist noch zum Hörrohr aus Messing greifen. Das Rohr verstärkte den Schall schon wesentlich besser als allein die hinter das Ohr gehaltene Hand. Seither haben sich Hörgeräte-Akustiker viele neue Ideen ausgedacht und buhlen heute mit High-Tech um die Versorgung der Schwerhörigen. Neuere digitale Hörhilfen können inzwischen nicht nur lästige Nebengeräusche herausfiltern, sie geben sogar Stereosound wider und werden über die Funktechnik Bluetooth mit dem Mobiltelefon verbunden.

Vor acht Jahren kam das erste volldigitale Hörgerät auf den Markt. Im Unterschied zur analogen Technik wird hier der Klang nicht nur verstärkt, sondern neu berechnet. Weil Schwerhörigen oft die hohen Töne zuerst verloren gehen, werden die betroffenen Frequenzbänder gezielt verstärkt. Das Hörsystem wird vom Hörgeräte-Akustiker gemeinsam mit dem Schwerhörigen an den jeweiligen Hörverlust angepasst. Störende Nebengeräusche werden von der Elektronik herausgerechnet. Lästiges Pfeifen wird bei manchen Geräten mit Hilfe eines so genannten „Rückkopplungsmanagements“ vermieden.

Viele Schwerhörige tun sich schwer, wenn Sie Gespräche an einem Tisch verfolgen müssen, weil sie die einzelnen Geräuschquellen nur schwer voneinander trennen können. Hier helfen Richtmikrofone. Mit ihrer Hilfe können Gesprächspartner innerhalb einer Menschentraube akustisch selektiert werden. Viele Geräte arbeiten heute mit einem Audio-Zoom, bei dem der Nutzer vom Weitwinkel für das Rundumhören bis zu sehr kleine Winkeln für selektives, gerichtetes Hören auch diverse Zwischenstufen einstellen kann.

Um eine Quelle richtig zu lokalisieren, ist das Hören mit beiden Ohren wichtig. Siemens hat daher jetzt ein Hörgerät auf den Markt gebracht, das einen automatischen Stereosound bietet. Das Stereo-Hören erleichtert es Schwerhörigen erheblich, die Quelle von Tönen zu lokalisieren und auch besonders leise Geräusche zu hören, denn leise Töne werden eher wahrgenommen, wenn sie auf beiden Ohren ankommen.

Während bislang Hörgeräte an beiden Ohren unabhängig voneinander arbeiteten, kommunizieren die neuen Hinter-dem-Ohr- Geräte miteinander. Die Daten werden über Funk ausgetauscht. Das verbessert die exakte Ausrichtung des Richtmikrofons auf sich bewegende Schallquellen und bei der Störschallunterdrückung, also beim Filtern von erwünschten aus unerwünschten Geräuschen.

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