Enzym verhindert das Absterben von Gewebe bei Sauerstoffmangel
Gentherapie schützt vor Herzinfarkt-Schäden

Wird ein Gewebe für längere Zeit nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, kommt es wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall zu dauerhaften Schäden. Durch eine präventive Gentherapie konnten US-amerikanische Wissenschaftler dies im Tierversuch verhindern.

wsa HAMBURG. Forscher der Stanford University in Boston schleusten ein schützendes Gen in verschiedene Gewebe ein, das nur bei Sauerstoffmangel aktiviert wird. Die Blockierung der Blutzufuhr führte in den Zellen zur Produktion eines Enzyms, das das Gewebe vor dem Absterben bewahrte. Eine solche Gentherapie wäre beispielsweise für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung der Herzkranzgefäße eine effektive Vorsorgemaßnahme. Über ihre erfolgreichen Experimente mit Ratten berichten die Forscher in einer Online-Veröffentlichung des Fachjournals "Proceedings of the National Academy of Sciences" (www.pnas.org).

Fünf Wochen nachdem das speziell konstruierte Gen in Herz, Leber oder Skelettmuskeln von Ratten injiziert worden war, unterbrachen die Wissenschaftler die Blutzufuhr zu Teilen des jeweiligen Gewebes. Das dadurch aktivierte Gen verringerte die Gewebeschäden im Vergleich zu Kontroll-Tieren um 65 Prozent. Vier Monate später ließen sich bei den unbehandelten Ratten noch immer Herzschäden nachweisen, während die gentherapeutisch behandelten Tiere keine Anzeichen einer Schädigung mehr aufwiesen. Wenn weitere Tierversuche erfolgreich verlaufen, könnten bereits in einem Jahr klinische Studien am Menschen beginnen, sagt Victor Dzau, Leiter der Arbeitsgruppe an der Stanford University in Boston.

Zwar gibt es schützende Medikamente, aber die meisten Infarktpatienten erreichen das Krankenhaus nicht rechtzeitig, um davon zu profitieren. Die neue Gentherapie könnte Monate im Voraus erfolgen und würde einen Langzeitschutz für besonders gefährdete Patienten darstellen.

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