Epidemie in Westafrika
Ebola hat tiefe Spuren hinterlassen

Auch wenn die Ebola-Epidemie besiegt scheint, ist der Weg zur Normalität für Westafrika noch lang. Die Region kämpft mit den gesundheitlichen Spätfolgen der Krankheit und der latenten Gefahr eines neuen Ausbruchs.

ConakryIbrahim Savane ist sich seines Glücks bewusst. Er war einer der ersten, die im westafrikanischen Guinea an Ebola erkrankten – und überlebten. Kurz nachdem Gesundheitsbehörden im März 2014 die Epidemie in der ehemaligen französischen Kolonie registrierten, schleppte sich der 28-Jährige mit hohem Fieber in der Hauptstadt Conakry ins Krankenhaus. Nur wenige Tage später wurde er als geheilt entlassen.

Die Epidemie, die Ende Dezember 2013 in dem entlegenen Dorf Meliandou ausbrach und sich rasant in Guinea sowie den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia ausbreitete, tötete nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 11.000 Menschen. Auch wenn der Ausbruch jetzt fast besiegt zu sein scheint: Er hat tiefe Spuren hinterlassen. Viele Betroffene leiden unter erheblichen Spätfolgen – und werden auch 2016 oder noch länger Hilfe brauchen.

Savanes Leben dreht sich etwa eineinhalb Jahre nach seiner Heilung noch immer um Ebola. Er gehört einer Selbsthilfegruppe an, deren Mitglieder sich über die zahlreichen psychischen und physischen Langzeitfolgen der Erkrankung austauschen. „Die ersten Monate nach meiner Genesung hatte ich starke Gelenkschmerzen“, erzählt Savane. „Mittlerweile geht es wieder“, meint er, doch die meisten Mitglieder seiner Gruppe hätten viele Beschwerden.

Zu den häufigsten Spätfolgen gehören Entzündungsreaktionen in Augen und Gelenken, Leber- und Nierenschäden, Hörstörungen, Haarausfall sowie chronische Müdigkeit. Viele Überlebende litten an posttraumatischer Belastungsstörung, Depression, Alpträumen, Gedächtnisverlust sowie an der Isolation, die das Stigma mit sich bringe, sagt Hilde De Clerck, eine Expertin für hämorrhagisches Fieber der medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF).

Noch nie gab es eine Ebola-Epidemie so großen Ausmaßes. Noch nie gab es so viele Überlebende. Die Behandlung vieler gesundheitlicher Langzeitfolgen ist daher weitgehend unerforscht. „Die Krise ist zu Ende. Jetzt müssen wir uns auf die Unterstützung der Überlebenden konzentrieren“, so die Expertin.

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Gesundheitssysteme vor dem Zusammenbruch

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