Epidemie
WHO meldet 600 neue Ebola-Fälle in Westafrika

Die Weltgesundheitsorganisation WHO vermeldet 600 neue Fälle, bei denen sich Menschen mit dem gefährlichen Ebola-Virus infiziert haben. Trotz dieser Zahl schauen die Regierungen in Westafrika optimistisch in die Zukunft.
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DakarDie Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Ebola-Gebiet in Westafrika 600 neue Fälle innerhalb einer Woche registriert. Mehr als die Hälfte davon entfielen auf Sierra Leone, teilte die WHO am Mittwoch mit. Die Regierung des Landes rechnet allerdings damit, dass das Schlimmste überstanden ist. Und auch in Liberia soll die wegen Ebola verschobene Senatswahl nachgeholt werden.

Nach den Zahlen der WHO vom Mittwoch lag die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle bei 15.935. Von diesen starben 5689. In Guinea und Liberia habe sich die Lage stabilisiert, in Sierra Leone hätten die Fälle hingegen zugenommen, hieß es von der Weltgesundheitsorganisation. Besonders strich die WHO heraus, dass bisher nur in Guinea das Ziel erreicht worden sei, bis 1. Dezember mehr als 70 Prozent der Ebola-Patienten zu isolieren.

Aber auch die Regierung Sierra Leones zeigte sich zuversichtlich, obwohl erst am Dienstag 83 neue Fälle binnen eines Tages gemeldet wurden. Mit der Fertigstellung zweier britischer Behandlungszentren könnte das Land über den Berg sein, sagte Informationsminister Alpha Kanu am Mittwoch. „Ich glaube nicht, dass wir noch weiter hinaufkommen können als wir jetzt sind. Wir sind auf dem Plateau der Kurve und sehr bald wird es einen Trend nach unten geben, sobald wir einen Ort haben, an den wir die Leute bringen können.“

Liberia will angesichts der rückläufigen Zahl von Neuinfektionen einen neuen Anlauf für die verschobene Senatswahl nehmen. Die Behörden bestätigten am Mittwoch den 16. Dezember als Wahltag. Der Urnengang hätte eigentlich schon am 16. Oktober stattfinden sollen, wurde dann aber wegen der damals noch stärker grassierenden Epidemie um zunächst zwei Monate verschoben. Seitdem ist die Zahl der Neuinfizierten stark gesunken.

Allerdings teilten nicht alle die Freude über die vermeintliche Rückkehr zur Normalität. Einige Kritiker halten den Wahltermin immer noch für zu früh für Ereignisse wie Wahlen, bei denen sich das lebensgefährliche Virus schnell übertragen könnte.

Versammlungen sind wegen der Ansteckungsgefahr in Liberia nach Angaben der Polizei weiter verboten, auch die am Wochenende so beliebten Treffen am Strand.

Eine Ausnahme bilden allerdings Wahlkampfveranstaltungen. Robert Sirleaf, Sohn von Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und Senatskandidat, zeigte sich begeistert von den Unterstützern, die kürzlich zu einer Kundgebung gekommen seien. „Es hieß, es wären nur 50 Leute dort, aber ich habe 4000 bis 5000 Menschen gesehen“, sagte er. „Das inspiriert mich.“

Im Oktober waren in Liberia pro Woche noch mehrere Hundert neue Ebola-Fälle aufgetreten, mittlerweile sind es weniger als hundert. Die Wahllokale sollen aber mit Eimern voll chloriertem Wasser ausgestattet werden, in denen sich die Menschen die Hände waschen können. Auch soll jeder einen eigenen Kuli erhalten, um sein Wahlkreuz zu setzen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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