Erster Fall in Texas
US-Behörden melden Zika-Infektion durch Sex

Das Zika-Virus überträgt sich durch Mückenstiche. Doch nun steht fest: Eine Infektion ist auch durch Sex möglich. Der US-Staat Texas meldet den ersten Fall. Damit bestätigt sich ein von Forschern lang gehegter Verdacht.

DallasDie Gesundheitsbehörden stehen beim Kampf gegen das Zika-Virus vor neuen Herausforderungen. In den USA wurde erstmals eine durch ungeschützten Sex erfolgte Zika-Infektion gemeldet.

Der Patient (oder die Patientin) habe sich beim Sex mit einem Menschen infiziert, der aus einem vom Virus stark betroffenen Land zurückgekehrt war, meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas). „Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann“, sagte Zachary Thompson, Direktor der texanischen Gesundheitsbehörde. Das Land oder das Geschlecht der Betroffenen nannte Thompson nicht.

Normalerweise überträgt sich das Virus über Mückenstiche, Experten hegen jedoch schon seit längerem den Verdacht, dass sich Zika auch über sexuellen Kontakt überträgt. Der jetzt bestätigte Fall in den USA ist der erste dieser Art.

In Brasilien steigt unterdessen die Zahl der bestätigten Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Babys. Es ist das bisher am stärksten betroffene Land. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, stieg die Zahl von 270 auf 404. In 17 Fällen konnte nachgewiesen werden, dass sich schwangere Frauen zuvor mit dem Zika-Virus infiziert hatten. Zudem werden derzeit noch 3670 Fälle mit einem Verdacht auf Mikrozephalie untersucht.

Das von der Stechmücke Aedes aegypti übertragene Virus steht im Verdacht, durch eine Infektion von Schwangeren bei Neugeborenen solche Schädelfehlbildungen zu verursachen. Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Zika-Epidemie einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bislang ist das Virus innerhalb weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht.

Die brasilianische Gemeinde Capivari sagte ihre Karnevalsumzüge ab. Sie will das dafür gedachte Geld – etwa 25 000 Dollar – im Kampf gegen das Virus verwenden. Brasilien stellte bereits rund 220.000 Soldaten ab, die gegen die Überträgermücke zu Felde ziehen sollen. Sie nutzt vor allem stehendes Wasser und offene Wasserbehälter als Brutstätten, damit sind besonders Menschen in Lateinamerikas Armenvierteln gefährdet.

Das Kinderhilfswerk Unicef will in dem südamerikanischen Land mit einer Informationskampagne eine weitere Ausbreitung verhindern. Das Pharmaunternehmen Sanofi kündigte am Dienstag Forschungen für einen Impfstoff gegen das Virus an. Bis es eine Impfung gibt, dürften aber Jahre vergehen.

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