Fälschungsskandal Ludwigshafen
Ermittler prüfen Urkundenfälschung

Im Skandal um die mutmaßlich gefälschte Studie eines Mediziners am Klinikum Ludwigshafen hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ausgeweitet. Nun wird auch dem Verdacht der Urkundenfälschung nachgegangen.
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HB FRANKENTHAL/LUDWIGSHAFEN. Bei den Ermittlungen gegen einen Ludwigshafener Mediziner, der eine wissenschaftliche Studie gefälscht haben soll, geht die Staatsanwaltschaft Frankenthal nun auch dem Verdacht der Urkundenfälschung nach. Eine Expertenkommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass der bisherige Chefanästhesist des Klinikums Ludwigshafen bei der Studie Unterschriften von Co-Autoren gefälscht hatte.

Damit kämen nun auch „Urkundsdelikte“ in Betracht, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig am Dienstag. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft allein wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt.

Die Kommission des Klinikums war zu dem Schluss gekommen, dass der Mediziner eine Studie gefälscht hat, die vergangenes Jahr in einem amerikanischen Fachmagazin erschienen war. In der Untersuchung wurden angeblich zwei Medikamente miteinander verglichen, die bei Herzoperationen mit einer Herzlungenmaschine verwendet werden.

Eines der angeblich untersuchten Medikamente kam der Kommission zufolge gar nicht zum Einsatz, womöglich sei die ganze Studie überhaupt nicht durchgeführt worden. Außerdem hatte der Mediziner eine Reihe von Vorschriften nicht eingehalten.

Das Klinikum hatte sich in der vergangenen Woche von dem Mediziner getrennt. Nun sollen auch andere Publikationen des Professors auf den Prüfstand kommen.

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