Feldversuche in Vietnam

Mit Bakterien gegen Dengue-Fieber

Bestimmte Bakterien machen Mücken resistent gegen Dengue-Viren. Forscher suchen nun nach Wegen, wie Überträger-Moskitos am besten mit diesen Bakterien infiziert werden können.
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Ägyptischen Tigermücke: Die Insekten enthalten Wolbachia-Bakterien, die als große Hoffnung im Kampf gegen das Dengue-Fieber gelten. Quelle: ap

Ägyptischen Tigermücke: Die Insekten enthalten Wolbachia-Bakterien, die als große Hoffnung im Kampf gegen das Dengue-Fieber gelten.

(Foto: ap)

Tri Nguyen Island/VietnamIhr Spitzname ist „Doktor Dracula“ und ihre Haustiere sind Mücken: Die Insektenkundlerin Nguyen Thi Yen füttert die Moskitos mit ihrem eigenen Blut. Die schmerzhaften Stiche nimmt sie gerne in Kauf, denn ihre Lieblinge sind die große Hoffnung der Forscher im Kampf gegen die gefährlichen Dengue-Viren. Sie tragen die sogenannten Wolbachia-Bakterien in sich, die Mücken gegen die Dengue-Erreger weitgehend bis vollständig resistent machen. Wissenschaftler versuchen nun, Möglichkeiten zu finden, wie möglichst viele der Blutsauger mit diesen Bakterien infiziert werden können.

Mit dem Dengue-Virus stecken sich jährlich etwa 390 Millionen Menschen an, überwiegend in Asien. Der Erreger kann ein hämorrhagisches Fieber, das sogenannte Denguefieber, auslösen. Diese Krankheit endet oft tödlich; es gibt keine Therapie dagegen, nur die Symptome können behandelt werden. Übertragen wird das Virus von bestimmten Moskitos, vor allem von der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti). Gerade diese Mücken tragen von Natur aus keine Wolbachia-Bakterien in sich – obwohl das Bakterium bei sehr vielen Insekten nachgewiesen werden kann.

Hier lauern die meisten Keime im Büro
Gericht: Eltern in Sachsen müssen kein Kopiergeld zahlenBüro Keime
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Platz 10: Kopierer

Die Wissenschaftler haben über 5.000 Oberflächen in Bürogebäuden unter anderem von Versicherungen, Anwaltskanzleien und Callcentern auf ihren Bakteriengehalt untersucht und dabei ein Schmutz-Ranking erstellt. Auf Platz zehn landet der Kopierer, an dem täglich Dutzende Angestellte arbeiten.

Tag des KaffeesBüro Keime
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Platz 9: Kaffeetassen

Hinter den Kopierern folgt die Kaffeetasse, die gerne mal länger in offenen Schränken vor sich hin vegetiert. Im Durchschnitt berührt jeder Büroangestellte übrigens 300 Oberflächen in 30 Minuten und kommt dadurch am Tag mit 840.000 Keimen in Berührung.

Telefon-Warteschleife
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Platz 8: Telefone

Auf Platz acht der schmutzigsten Büro-Oberflächen hat es das Telefon geschafft. Mehrmals täglich wird es von einem oder sogar mehreren Mitarbeitern in die Hand genommen und vor allem nah an den Mund gehalten. Da können sich die Bakterien leicht in die Schleimhäute einnisten.

Schnittstelle zwischen Mensch und Computer - Maus vor dem Kauf testen
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Platz 7: Computermäuse

Den ganzen Tag fast halten wir sie in unseren schwitzigen Händen - die Computermaus. So bildet sich mit der Zeit eine immer dickere Dreckschicht. Viele Unternehmen weisen ihre Mitarbeiter mittlerweile daraufhin, den Schreibtisch inklusive Computermaus und Tastatur mit Desinfektionsmittel zu reinigen. Solche Ansagen vom Chef können die Krankheitsrate um bis zu 80 Prozent senken.

huGO-BildID: 2452536 A German Mark is inserted at a coffee machine that is developed for simultaneous use of different currencies, for example euro a
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Platz 6: Tasten an Kaffee- und Snackautomaten

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass 79 Prozent der Tasten von Kaffee- oder Snackautomaten verschmutzt sind. 21 Prozent waren sogar mit einer sehr hohen Bakterienzahl befallen. Am besten also immer die Hände waschen, bevor der Schokoriegel aus dem Automaten verputzt wird.

SPRUDELWASSER
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Platz 5: Tasten und Griffe an Wasserspendern

Viele Mitarbeiter freuen sich, wenn der Arbeitgeber ihnen kostenlos Wasser bereitstellt. Aber Achtung: Viele Griffe und Tasten an Wasserspendern sind voll von Keimen und Schädlingen.

Aktion Stromsparcheck
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Platz 4: Kühlschränke

Ausgelaufene Säfte, abgelaufener Joghurt und keiner fühlt sich verantwortlich - der Kühlschrank im Pausenraum ist ein richtiges Nest für Keime. Angestellte sollten ihr Pausenbrot also gut einhüllen, wenn sie es für einige Zeit kalt legen wollen. Gleiche Schmutz-Gefahr gilt übrigens auch für die Kühlschrank-Griffe.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der australische Wissenschaftler Scott O'Neill mit dem Wolbachia-Bakterium. O'Neill lehrte früher an der Yale-Universität im US-Staat Connecticut, seit mehreren Jahren schon ist er Dekan der Monash-Universität in Melbourne. Einer seiner Studenten fand heraus, wie Wolbachia Mücken übertragen werden kann, die das Bakterium nicht in sich tragen. Sie geben es dann künftigen Generationen weiter. Der Vorteil: Mit Wolbachia infizierte Insekten sterben zum einen früher als andere, zum anderen hemmt das Bakterium die Übertragung von Dengue-Erregern. „Bei einem Moskito mit Wolbachia können sich Dengue-Viren nicht entwickeln“, erklärt O'Neill. „Und wenn sich die Viren nicht entwickeln, können sie auch nicht übertragen werden.“

Im nächsten Schritt ging es darum zu testen, inwieweit sich Wolbachia-Mücken in die freie Natur ausbringen lassen. Versuche in kleineren Gebieten in Australien zeigten, dass mit Wolbachia infizierte Moskitos innerhalb von zweieinhalb Jahren Mücken ohne das Bakterium zu 95 Prozent ersetzen konnten. Jetzt stellte sich die Frage: Wie bekommt man Wolbachia-Mücken in die Gebiete in Südostasien, in denen Dengue-Erreger weit verbreitet sind?

Das Blut von Vegetariern ist nicht gut genug
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