Fitness-Tracker

Im Bann des Schrittzählers

Schrittzählende Armbänder liegen im Trend. Erste wissenschaftliche Studien untersuchen nun ihre Wirksamkeit. Doch spornen die elektronischen Fitness-Helfer am Handgelenk wirklich an, sich mehr zu bewegen?
Digitales Schrittzählen ist angesagt, und das Fitness-Armband ist aus dem Alltag vieler Menschen  kaum noch wegzudenken. Quelle: dpa
Jogger mit Schrittzähler

Digitales Schrittzählen ist angesagt, und das Fitness-Armband ist aus dem Alltag vieler Menschen kaum noch wegzudenken.

(Foto: dpa)

WashingtonOb beherzt drauf los schreitende Menschen im Park oder Fußballmütter, die am Spielfeldrand ihre Sprösslinge anfeuern und dabei auf der Stelle marschieren: Digitales Schrittzählen ist angesagt in den USA und das Fitness-Armband aus dem Alltag vieler Menschen kaum noch wegzudenken.

Eine Aussage wie „Gestern hab ich 12.000 geschafft“ erntet ohne weitere Nachfrage anerkennendes Nicken. Wer es diskreter mag, der greift zur Smartwatch, auf deren Ziffernblatt sich dort, wo früher die Datumsanzeige war, ein Schrittzähler versteckt. Und auch in Deutschland vertrauen viele Menschen auf die digitalen Fitness-Helferlein am Handgelenk.

Doch in die allgemeine Begeisterung über die neuen Gadgets, von denen 2015 alleine in den USA mehr als 13 Millionen verkauft wurden, mischt sich erster Frust. Denn nicht immer scheinen Fitnessgewinn und Gewichtsverlust einzutreten wie erhofft. Eine Nutzerin berichtet: „Ich habe festgestellt, dass mein Armband auch Schritte zählt, wenn ich mir die Zähne putze.“

Diese Gadgets vermessen Ihren Körper
Für jedermann
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Was macht mein Herz, wie schlafe ich und bewege ich mich genug? Polars Activity Tracker A360 ist ein dezenter Begleiter über 24 Stunden

Für Abnehmwillige:
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Der Healbe erspart dem Nutzer, was andere Activity Tracker brauchen: Die Eingabe der verzehrten Kalorien. Das errechnet das 300 Dollar teure Band selber, ebenso den Stresslevel der vergangenen 24 Stunden.

Für aktive Nichtsportler:
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An dritter Stelle ist das Symbol für die Zahl der Treppenstufen, die der Nutzer zurückgelegt hat. Ein Höhenmesser ermöglicht diese Angabe in der Garmin Vivoative HR, die auch die Herzfrequenz am Arm misst.

Für Laufpedanten:
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Das portugiesische Unternehmen Kinematix stellt den Tune her, eine Sohle mit Sensoren, die misst, wie der Läufer seinen Fuß bewegt.

Für ambitionierte Schwimmer:
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Der Freebee Arc richtet sich speziell an Schwimmer und misst Kalorienverbrauch und andere Daten in allen vier Schwimmstilen.

Für sehr ambitionierte Schwimmer:
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Auch der XMetrics Pro des gleichnamigen italienischen Herstellers ist für ambitionierte Schwimmer. Am Hinterkopf misst er die Bewegung und gibt üben Kopfhörer Rückmeldung über den Schwimmstil.

Für Angeber:
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1000 Stück werden von diesem Smartshoe von Digitsole hergestellt. Er zieht sich automatisch zu, heizt, zählt die Schritt und soll die verbrauchten Kalorien ermitteln. So lange man ihn trägt.

Wie verlässlich und hilfreich sind die Daten, die erhoben werden? Spornen sie nicht zumindest zu mehr Bewegung an? Immerhin zeigte eine Studie zu Jahresbeginn, dass die Nutzer von Fitness-Armbändern nach sechs Wochen im Durchschnitt 970 Schritte mehr pro Tag gehen als zuvor ohne Armband. Doch offenbar gilt der Motivationsschub nicht für jede Zielgruppe.

Einer jetzt im medizinischen Fachjournal „Jama“ veröffentlichten Studie zufolge nimmt man mit den Armbändern nicht zwingend ab. Für die Untersuchung machten fast 500 junge Übergewichtige eine Langzeitdiät und bekamen dazu Sportempfehlungen. Nach 6 Monaten erhielt die Hälfte von ihnen noch Fitnessarmbänder, die für einen zusätzlichen Bewegungsanreiz sorgen sollten.

Im Ergebnis speckte die Armband-Gruppe jedoch 3,5 Kilogramm weniger ab als die Vergleichsgruppe. „Unter jungen Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index zwischen 25 und 40 bewirkte das Hinzufügen eines tragbaren technischen Hilfsmittels im Vergleich zu einer Standard-Intervention über 24 Monate einen geringeren Gewichtsverlust“, resümieren die Forscher der Uni Pittsburgh.

Hauptautor John Jakicic hat dafür zwei mögliche Erklärungen: „Es könnte sein, dass die Leute denken: Ich war jetzt so aktiv, also kann ich auch einen Cupcake essen.“ Andererseits sei ein solches Armband auch nicht für jeden motivierend – wer an Trainingszielen häufig scheitere, werde eher frustriert.

Ungenauigkeiten bei der Kalorienzahl
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