Flugzeugkatastrophe Ukraine
Prominenter Aids-Forscher unter den Toten

An Bord der in der Ostukraine abgestürzten Passagiermaschine befand sich offenbar auch der renommierte Aids-Forscher Joep Lange. Mit ihm verliere die Aids-Forschung einen Giganten, so die International AIDS Society.
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AmsterdamUnter den 298 Opfern des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine ist auch der international bekannte Aids-Forscher Joep Lange. Der Niederländer wollte an einer Aids-Konferenz in Melbourne teilnehmen.

„Alle Angaben weisen daraufhin, dass er in der Maschine saß, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacqueline van Tongeren“, sagte ein Sprecher des Universitätskrankenhauses Amsterdam. Freunde des Forschers hatten seinen Tod auf Facebook gemeldet.

Lange zählte zu den profiliertesten Aids-Forschern weltweit. Als Medizinprofessor an der Universität Amsterdam suchte er seit den 80er-Jahren nach Therapien gegen die Immunschwächekrankheit. Besonders widmete er sich der Suche nach Wegen, um die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind zu unterbinden.

Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte Lange mehr als 350 wissenschaftliche Untersuchungen und war in leitender Position als Aids-Experte für die Weltgesundheitsorganisation WHO tätig. Von 2002 bis 2004 war er Präsident der International AIDS Society (IAS).

„Mit Joep Lange verliert die Aids-Forschung einen wahren Giganten“, hieß es in einer Mitteilung der IAS, aus der die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert. Trotz des Todes von Lange und weiteren Konferenzteilnehmern an Bord der abgestürzten Maschine soll die Aids-Konferenz in Melbourne aber wie geplant am Sonntag beginnen.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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