Forscher entschlüsseln Ursachen
Mit neuen Strategien gegen Alzheimer

Alzheimer ist eine grausame Krankheit, weil sie allmählich das Gedächtnis eines Menschen zu Grunde richtet, seine Persönlichkeit zerstört und ihm seine Erinnerungen nimmt.

HB HEIDELBERG. Noch gibt es keine Heilungschancen für Alzheimerpatienten. Auch aufhalten lässt sich der langsame Hirnverfall nicht. Bisher kann die Medizin höchstens das Fortschreiten dieser Demenz etwas hinauszögern. Schon in einigen Jahren könnte das anders werden. Immer genauer erkennen die Forscher, was bei Alzheimer im Körper geschieht. Bis zur molekularen Ebene verstehen sie bereits viele der fatalen Prozesse, die bei diesem Leiden im Gehirn zerstörerische Ablagerungen verursachen und letztlich Hirnzellen vernichten. Diese Erkenntnisse nutzen Molekularwissenschaftler, um an verschiedenen Fronten gezielte Alzheimer-Therapien zu entwickeln.

Der amerikanische Mediziner und Neurologe Michael S. Wolfe von der Harvard-Universität in Boston (Massachusetts) gibt in der September-Ausgabe von „Spektrum der Wissenschaft“ einen Überblick über vielversprechende Ansätze, mit denen die Wissenschaftler versuchen, den Gehirnverfall zu stoppen. Einige molekularen Strategien werden sogar schon an erkrankten Menschen getestet. Und die ersten vorläufigen Ergebnisse lassen hoffen, die Krankheit bald im Frühstadium bekämpfen zu können.

Ein Hauptangriffsziel sind unerwünschte verklumpte Eiweißstoffe, so genannte Amyloid-Plaques, die sich im Umfeld von Hirnzellen bilden. Es gilt, diese Plaques wieder zu beseitigen, oder aber von vornherein ihre Entstehung zu verhindern. Entsprechend erproben die Forscher verschiedene Strategien. Zum Beispiel versuchen sie Enzyme blockieren, die aktiv sein müssen, damit solche Plaques entstehen.

Mehrere Firmen haben bereits Substanzen identifiziert, die den Prozess und seine zerstörerische Wirkung aufhalten könnten. Viel versprechend ist der Wirkstoff Alzhemed, den die Firma Neurochem in Quebec (Kanada) entwickelt hat. Dabei handelt es sich um ein Molekül, das den natürlichen Blutgerinnungsstoff Heparin imitiert. Das Heparin scheint die Zusammenlagerungen im Gehirn zu forcieren. In dem sich Alzhemed an die gleiche Stelle anlagert wie das Heparin, reduziert es die Plaques.

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