Forschung
Neue Hoffnung im Kampf gegen Lungenkrebs

Neue Hoffnung für Lungenkrebspatienten und den Pharmakonzern Bayer: Das Krebsmittel Nexavar brachte in einer Studie in Kombination mit einem anderen Medikament bei drei von vier Patienten das Wachstum der Krebszellen zum Stillstand. Das Präparat ist bereits zur Behandlung gegen Nieren- und Leberkrebs auf dem Markt.
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DÜSSELDORF. Neue Hoffnung für den Pharmakonzern Bayer, der sein Krebsmittel Nexavar breiter vermarkten möchte. Das Präparat habe vielversprechende Studienergebnisse bei der Behandlung von fortgeschrittenem Lungenkrebs erzielt, teilten Forscher am Freitag auf der Internetseite der American Society of Clinical Oncology (ASCO) mit. Das Medikament habe in Kombination mit dem Lungenkrebs-Präparat Tarceva von Roche bei Patienten gewirkt, die zuvor noch keine Chemotherapie erhielten.

Die Kombination beider Medikamente sei sicher und habe "klinisch signifikante Antitumor-Aktivität" gezeigt, hieß es in ihrer Zusammenfassung der Studienresultate. Die Forscher wollen die kompletten Testergebnisse am 1. Juni auf dem ASCO-Krebsforscherkongress in den USA vorstellen. Hauptergebnis der Studie der Phase II war, dass sich der Krebs bei 76 Prozent der Patienten nach sechs Wochen nicht weiter verschlimmerte. An der Studie nahmen 50 Patienten teil.

Jedes Jahr sterben mehr als 1,2 Millionen Menschen an Lungenkrebs, der damit weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache ist. Lungenkrebs gilt als schwer behandelbar. Im Februar 2008 hatte Nexavar in einer Studie der Phase III zu Lungenkrebs nicht das erhoffte Ergebnis gebracht.

Der Wirkstoff, der zusammen mit der US-Pharmafirma Onyx entwickelt wird, zählt neben dem Thrombosemittel Xarelto zu den wichtigsten neuen Bayer-Medikamenten. Das Präparat ist bereits zur Behandlung von Nierenkrebs und zur Behandlung von Leberkrebs auf dem Markt. Für diese beiden Indikationen allein traut Bayer dem Präparat einen jährlichen Umsatz von rund 750 Millionen Euro zu. Ende April hatten Studienergebnisse die Hoffnung des Pharmakonzerns zunichte gemacht, den Wirkstoff auch als Mittel gegen Hautkrebs vermarkten zu können. Ein unabhängiges Überwachungskomitee hatte empfohlen, den Test vorzeitig zu beenden.

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