Freilandversuch: Mit genetisch veränderten Moskitos gegen Zika

Freilandversuch
Mit genetisch veränderten Moskitos gegen Zika

Florida bekommt die Stechmücke Aedes aegypti nicht unter Kontrolle, die als Überträgerin von Zika, Dengue und anderen Erkrankungen gilt. Nun sollen die Mücken mithilfe der Gentechnik bekämpft werden.

HeidelbergDie US-amerikanische Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA prüft die Genehmigung eines Freilandversuchs mit genetisch veränderten Moskitos. Das Unternehmen Oxitec will dabei an der Südspitze Floridas männliche Mücken der Art Aedes aegypti frei lassen, die genetisch so verändert sind, dass ihr Nachwuchs stirbt, bevor er voll ausgewachsen ist.

Auf diese Weise soll die Mückenpoulation reduziert werden und damit auch die Gefahr von Zika, Dengue und anderer von dem Insekt übertragener Krankheiten. Laut ihrem jüngst veröffentlichten Umweltgutachten erwartet die Behörde von dem Experiment keine signifikanten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Der Befund ist allerdings vorläufig, denn vor dem endgültigen Beschluss hat die Öffentlichkeit noch bis April Gelegenheit, den Entwurf zu kommentieren.

Die veränderten Moskitos der Sorte OX513A tragen zusätzlich zu dem Tötungsgen einen Regulator, der das Gen unterdrückt, wenn das Antibiotikum Tetracyclin vorhanden ist – auf diese Weise kann sich der Stamm unter kontrollierten Bedingungen vermehren, jedoch nicht im Freiland. Dass die Strategie im Prinzip funktioniert, haben frühere Versuche unter anderem in der Karibik gezeigt.

In Florida wird die Freisetzung der Tiere seit 2012 geplant, nachdem mehrere schwere Ausbrüche des Dengue-Fiebers das Scheitern der bisherigen Moskitobekämpfung offenlegten. Allerdings hat sich im Staat lautstarker Widerstand formiert, und auch andere Forscher auf dem Gebiet kritisieren das Vorgehen von Oxitec als voreilig.

Das Unternehmen hofft nun, dass das Aufkommen von Zika die Bürgerinnen und Bürger vom potenziellen Nutzen des Freilandversuchs überzeugt. Das Zika-Virus, das mit Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen in Zusammenhang gebracht wird, hatte sich in den vergangenen Monaten fast über ganz Amerika ausgebreitet.

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