Funkchips bei Lebensmitteltransporten
Sensor meldet faule Früchte

Kilometerlange Staus im Ferienverkehr – LKWs hängen mit ihrer Ladung fest. Besonders kritisch ist dieses Szenario für Unternehmen, die frische Lebensmittel transportieren. Verzögert sich die Lieferung zu lange, ist der finanzielle Verlust enorm. Künftig könnten neuartige Sensoren den Schaden in Grenzen halten.

DÜSSELDORF. Künftig könnten neuartige Sensoren und Logistiksysteme den Schaden in Grenzen halten. Eine mögliche Lösung: Sobald elektronische Spürnasen bemerken, dass die Ware an Frische zu verlieren droht, wird sie nicht mehr bis zum geplanten weit entfernten Endpunkt transportiert, sondern an ein näher gelegenes Ziel umgeleitet. Oder es wird ein Sonderangebot vorbereitet, um etwa Früchte schnell unter die Leute zu bringen.

Grundvoraussetzung für solche Systeme ist, dass der Eigentümer der Ware stets genau weiß, wie der Zustand seiner Produkte ist: Halten die Bananen noch einen weiteren Tag durch oder beginnen sie schon, braun zu werden? Solche Informationen wollen Wissenschaftler vom Microsystems Center Bremen (MCB) mit ihrem „intelligenten Container“ liefern. Basis sind zum einen kleine Funkchips (RFID-Tags) an den Waren, die zentrale Informationen über die Bedingungen während des Transports aufzeichnen. Zweiter Informationsbaustein sind batteriegespeiste Sensoren, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Containern ermitteln.

Für die Überwachung von Kühlketten, etwa beim Fleischtransport, reichen diese Informationen bereits aus. „Die Hardware ist vorhanden – leistungsfähige Sensoren, Prozessoren, Software. RFID-Marken kleben bereits heute auf den Paletten“, so Reiner Jedermann, Forscher am MCB. Allerdings ist die Informationsmenge, die auf den RFID-Chips gespeichert werden kann, gering. So soll künftig nur festgehalten werden, wie es um die Lagerfähigkeit der Waren bestellt ist und wie die Bedingungen auf dem Transportweg waren. Alle weitergehenden Informationen befinden sich auf dem eigentlichen Frachtbrief, der mit den Tags verknüpft ist. Bei Früchten, die während des Transports nachreifen, genügt die Einhaltung einer bestimmten Temperatur und Feuchtigkeit alleine nicht. Hier sollen künftig spezielle Gasfühler zum Einsatz kommen, die anhand des Geruchs erkennen, wie reif eine Frucht ist und wie schnell sie verkauft werden sollte. Einen Prototypen des so genannten Chromatographen zur Auswertung der Gase haben die MCB-Forscher bereits entwickelt. Er ist so groß wie eine Zigarettenschachtel und misst die Ethylen-Konzentration. Das ist ein Gas, das Früchte wie Tomaten oder Bananen beim Nachreifen abgeben. „Nun geht es noch darum, mit Experten zu diskutieren, wie Qualitätsinformationen definiert werden,“ so Jedermann. Erfahrungen soll ein für das nächste Jahr vereinbartes Projekt mit einem Früchtegroßhändler und Speditionen bringen.

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