Funkvernetzte Diagnosetechnik schlägt frühzeitig Alarm und bringt schnelle Hilfe
Sensornetz überwacht Herzpatienten

Der Herzinfarkt des 72-Jährigen liegt schon Jahre zurück. Er fühlt sich körperlich fit. Und doch zeigt sich bei der Gartenarbeit ein flaues Gefühl in der Magengegend, was der Pensionär nicht weiter ernst nimmt, denn mit dem Herzen scheint dies nichts zu tun zu haben. Irrtum. Ein zweiter Infarkt bahnt sich an, und die Ärzte im Überwachungszentrum wissen bereits, was passieren wird.

DÜSSELDORF. Denn die Körperfunktionen des Herz-Kreislauf-Patienten werden von ihnen permanent online überwacht.

Noch ist das Szenario Fiktion. An der technischen Umsetzung einer solchen drahtlosen Patientenüberwachung arbeiten derzeit fünf Fraunhofer-Institute in dem Projekt Sensave (Sensor Assistance for Vital Events). „Ziel ist es, Herz-Kreislauf-Patienten rund um die Uhr zu überwachen, damit sie sicherer und selbstständiger leben können, ohne dass ihre Lebensqualität beeinträchtigt wird“, sagt Projektleiter Robert Couronné vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS).

Neben dem IIS sind die Fraunhofer-Institute für Biomedizinische Technik IBMT, für Photonische Mikrosysteme IPMS, für Angewandte Informationstechnik FIT und für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) an dem telemedizinischen Projekt beteiligt. Neu an Sensave ist vor allem, dass viele Körperfunktionen auf einmal und kontinuierlich überwacht werden sollen, was eine Vielzahl einzelner Geräte – für die Messung des Blutdrucks oder für ein Langzeit-EKG – überflüssig werden lässt.

Die neue Technik soll aber nicht nur einfacher, sondern vor allem präventiv wirken. Herzstück des Systems sind die Sensoren. „Wir entwickeln leichte, hautfreundliche Messfühler, die in der Lage sind, alle wichtigen Werte zu ermitteln und die durch eine stromsparende Schaltung eine Woche lang ununterbrochen arbeiten können“, sagt der Projektleiter.

Wie wichtig allein schon eine bequeme und präzise Datenerfassung ist, verdeutlichen übliche EKG-Elektroden: Im Dauereinsatz sind sie störend, lösen sich oft ab und verursachen Hautreizungen. „Unsere Sensoren können Tag und Nacht getragen werden, ohne dass der Patient etwas davon merkt. Sie sind flexibel wie ein Kaugummi“, sagt Couronné. Sensorisch werden auch der Sauerstoffgehalt im Blut und zugleich der Puls erfasst. Aus diesen Werten wird die Höhe des Blutdrucks errechnet – das lästige Anlegen und Aufpumpen einer Armmanschette entfällt.

Seite 1:

Sensornetz überwacht Herzpatienten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%