Genveränderte Tiere sollen Abstoßungsreaktion verringern
Schweine spenden Organe an Menschen

dpa BERLIN. Angesichts des Mangels an Spenderorganen setzen deutsche Forscher verstärkt auf die Züchtung von gentechnisch veränderten Schweinen als mögliche Spender. „Auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis der erste Mensch mit einem Schweineorgan herumläuft, gibt es Erfolge zu verzeichnen“, sagte Joachim Denner vom Berliner Robert Koch-Institut (RKI). Bisher verhindern vor allem Abstoßungsreaktionen und eine mögliche Übertragung von Viren die Transplantation tierischer Organe auf den Menschen.

Schweine gelten als geeignete Spendertiere, weil ihr Stoffwechsel dem des Menschen ähnelt. Die Tiere werden gentechnisch so verändert, dass ihre Zellen und Organe besser für den Menschen verträglich sind. Transplantationen von Schweineherzen und -nieren auf Menschenaffen würden zunehmend erfolgreicher, sagte Bruno Reichart, Sprecher der Forschergruppe Xenotransplantation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Überlebenszeiten der Tiere reichten inzwischen in den „Monatsbereich“. Die Abstoßung der Organe in den ersten Stunden und Tagen könne womöglich dadurch verhindert werden, dass auf der Oberfläche der Tierorgane durch Erbgutmanipulationen menschliche Eiweiße gebildet würden.

Die Übertragung bestimmter Retroviren der Schweine auf den Menschen könne mittels Gentechnik unterbunden werden, sagte Denner. Die Tiere tragen in ihrem Erbgut die Information für diese Viren. In den USA sind den Angaben zufolge Schweine gezüchtet worden, die diese Viren nicht mehr freisetzen. Zudem könnten Gene der Viren gezielt ausgeschaltet werden.

In Deutschland warten derzeit rund 12.000 schwer kranke Menschen auf ein Organ wie Niere, Leber oder Herz, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Transplantation von Insulin-produzierenden Zellen aus der Schweinebauchspeicheldrüsen auf Menschen mit Diabetes sei wohl am schnellsten zu verwirklichen. Das erste Schweineorgan werde vermutlich das Herz sein.

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