Gesundheit
Grünes Licht für Menschen-Impfstoff gegen Vogelgrippe

Die europäische Arzneimittelbehörde Emea hat erstmals grünes Licht für einen Vogelgrippe-Impfstoff für Menschen gegeben. Das Präparat Prepandrix des Herstellers Glaxosmithkline enthält Antigene eines H5n1-Virusstamms aus Vietnam.

dpa LONDON. Die europäische Arzneimittelbehörde Emea hat erstmals grünes Licht für einen Vogelgrippe-Impfstoff für Menschen gegeben. Das Präparat Prepandrix des Herstellers Glaxosmithkline enthält Antigene eines H5n1-Virusstamms aus Vietnam.

Es ist zur Anwendung vor oder zu Beginn einer möglichen Grippepandemie gedacht, solange noch kein maßgeschneiderter Impfstoff gegen das Pandemievirus zur Verfügung steht. Die Europäische Kommission muss der Emea- Empfehlung formal noch zustimmen. Wann der Impfstoff auf den Markt kommen könnte, steht nach Herstellerangaben vom Freitag noch nicht fest.

Mediziner halten den Ausbruch einer weltweiten Grippeepidemie in den kommenden Jahren für möglich. Ein Kandidat, aus dem sich ein Pandemievirus entwickeln könnte, ist der Vogelgrippeerreger H5n1. Dieser Influenza-Subtyp grassiert derzeit vor allem als Tierseuche, hat aber auch schon mindestens 365 Menschen weltweit infiziert, 231 davon sind gestorben. Sollte der Erreger sich zu einem leicht von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus entwickeln, fürchten Mediziner eine weltweite schwere Infektionswelle.

Erst wenn sich so ein Pandemievirus gebildet hat, lässt sich auch ein maßgeschneiderter Impfstoff dagegen produzieren. Ein sogenannter präpandemischer H5n1-Impfstoff wie Prepandrix könnte nach Hoffnung der Ärzte die Produktionszeit überbrücken und auch einen gewissen Schutz gegen das Pandemievirus bieten, so dass Geimpfte zumindest nicht so schwer erkranken. Ein ähnlicher präpandemischer H5n1- Impfstoff des Herstellers Sanofi Pasteur hatte im vergangenen April die US-Zulassung erhalten. Die EU-Zulassung ist laut Hersteller bei der Emea in London beantragt.

Mit den Präparaten Daronrix (Glaxosmithkline) und Focetria (Novartis) sind bereits zwei Prototypen für Pandemieimpfstoffe in Europa zugelassen. Ihnen müssen jedoch bei Ausbruch einer Pandemie erst noch Antigene der dann aktuellen Erreger zugefügt werden. Ein dritter solcher Prototyp, Pandemrix (Glaxosmithkline), hat ebenfalls eine Zulassungsempfehlung der Emea erhalten.

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