Gesundheit
Weltweit arbeiten Forscher an Heilung von Aids

Rund 25 Jahre nach Beginn der Aids-Epidemie arbeiten weltweit Forscher gezielt an der Heilung der inzwischen behandelbaren Krankheit.

dpa BERLIN. Rund 25 Jahre nach Beginn der Aids-Epidemie arbeiten weltweit Forscher gezielt an der Heilung der inzwischen behandelbaren Krankheit.

"Während man bis vor einigen Jahren sofort als unseriös galt, wenn man nur an Heilung dachte, ist genau das nun das Ziel mehrerer Studien in der ganzen Welt", sagte der Leiter der 12. Münchner Aids-Tage, Hans Jäger, am Freitag zum Auftakt der Tagung in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Das ist zwar noch immer Zukunftsmusik, aber mittlerweile gibt es neue Medikamentengruppen, die erfolgsversprechend sind - es spricht viel dafür, dass es klappen könnte."

Zu den Münchner Aids-Tagen, die erstmals in Berlin stattfinden, werden bis zum Sonntag etwa 2000 Teilnehmer in der Hauptstadt erwartet. Die Tagung gehört zu den größten Aids-Kongressen in Europa.

"Schon in den vergangenen Jahren gab es große Fortschritte bei der Behandlung der Krankheit", sagte Jäger, Internist mit einer Schwerpunktpraxis in München. Die weltweit dringend benötigte Impfung gebe es jedoch noch nicht.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bzga) warnte angesichts der Behandlungserfolge vor einem Nachlassen der Prävention. Die in Deutschland verfügbaren Medikamente führten zwar zu einer Verbesserung der Lebenssituation von HIV-Infizierten. "Das bedeutet aber keineswegs, dass auf Schutz verzichtet werden kann, denn Nebenwirkungen der Therapie und Resistenzentwicklungen dürfen nicht unterschätzt werden." Immer noch bleibe Safer Sex, also vor allem der Einsatz von Kondomen, die tragende Säule innerhalb der gesamten Aids-Präventionsstrategie, betonte Bzga-Direktorin Elisabeth Pott in Köln. Die erfolgreiche Prävention in Deutschland habe dazu geführt, dass die Infektionszahlen im europäischen Vergleich sehr niedrig seien.

Jäger verwies darauf, dass es wegen der besseren Medikamente bundesweit mittlerweile immer mehr ältere HIV-Patienten gebe. "Das ist für die Experten ein relativ neues Gebiet, weil in diesen Fällen Alterserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Krebserkrankungen zu der Infektion hinzu kommen", erklärte Jäger. "Dabei muss man allerdings noch klären, ob es sich tatsächlich um normale Alterskrankheiten handelt oder ob HIV auf lange Sicht auch noch andere Krankheiten auslöst oder zumindest verstärkt."

In Deutschland leben nach Angaben des Robert Koch-Instituts derzeit rund 59 000 Menschen mit einer HIV-Infektion oder einer Aids- Erkrankung. Schätzungen zufolge haben sich im vergangenen Jahr etwa 3 000 Menschen neu infiziert, rund fünf Prozent mehr als 2006. Weltweit leben etwa 33,2 Millionen Menschen mit dem Aidsvirus, darunter 15,4 Millionen Frauen und 2,5 Millionen Kinder. Die meisten Erkrankungen gibt es in Afrika südlich der Sahara.

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