Gießener Mediziner entwickeln Alternative zu "Blut-im-Stuhl-Tests"
Neuer Test erkennt Darmkrebs zuverlässiger

Fortschritt bei der Früherkennung von Darmkrebs. Ein Stuhltest, den Mediziner an der Universität Gießen entwickelt haben, bietet eine deutlich höhere Diagnosesicherheit als bisherige Tests.

hsn DÜSSELDORF. Eine Studie belegt, dass mit dem Verfahren der Giessener, mit dem Krebszellen in Stuhlproben anhand eines bestimmten Enzyms aufgespürt werden, eine Genauigkeit von 60 bis 90 Prozent erzielt werden kann - je nachdem in welchem Stadium sich der Tumor befindet. Bei den bisher verfügbaren Tests, die den Stuhl auf Blut untersuchen, liegt die Diagnosesicherheit nur bei 24 bis 50 Prozent.

Die Mediziner sehen in dem Test, den jedes Labor durchführen kann, einen deutlichen Fortschritt in der Krebsfrüherkennung. „Mit dem neuen Verfahren lassen sich bösartige Wucherungen im Dickdarm deutlich zuverlässiger erkennen als mit den bisher zur Verfügung stehenden Methoden“, betont der Internist Philip Hardt, der an der Studie mit dem neuen Test beteiligt war. Die Spiegelung ist zwar nach wie vor „der Goldstandard“, doch leider scheuen noch immer viele Menschen diese Untersuchung.

Im Gegensatz zu den Blut-im-Stuhl-Tests entdecke der Enzym-Test auch Tumoren, die nicht bluten, betonen die Mediziner. Die Methode sei daher hervorragend für die Darmkrebs-Früherkennung geeignet, zumal die Bereitschaft zu einer solchen Untersuchung wesentlich höher sei als zu einer Dickdarmspiegelung. Positive Befunde müssen jedoch anschleißend auf jeden Fall durch eine Spiegelung bestätigt werden.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 57.000 Menschen an einem so genannten Kolonkarzinom. Der Krebs, der am häufigsten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftritt, gilt als heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird und es gelingt, den Tumor vollständig zu entfernen und alle Krebszellen zu beseitigen.

Charakteristisch für Darmkrebs ist, dass sich entartete Zellen bilden, die sich extrem schnell und unkontrolliert vermehren. Die Gießener Wissenschaftler entdeckten einen Art Schalter, der den Energie-Stoffwechsel der Zellen reguliert. Das Enzym Tumor M2-PK zeigt an, ob dieser Schalter tatsächlich in Richtung Krebs gestellt ist.

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