Hamburger Firma sammelt Gewebeproben und klinische Daten von Patienten
Krebsforschung profitiert von neuer Datenbank

Jeder Tumor ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Was das Krebswachstum in Körperzellen auslöst, hängt von den molekularen Grundlagen jedes Einzelnen ab. „Diese Erkenntnis hat die Krebsforschung in den vergangenen Jahren revolutioniert und sie vor gänzlich neue Aufgaben gestellt“, sagt Krebsforscher Hartmut Juhl. „Anstatt einheitlicher Behandlungen müssen individuelle Therapien für Krebspatienten gesucht werden.“

HB HAMBURG. Um solche Forschungen zu realisieren, braucht die Onkologie eine Fülle molekularer Daten von Tumorpatienten, die verglichen werden können. „Dieser Aufgabe hat sich Indivumed angenommen“, sagt Juhl. Gemeinsam mit dem Israelitischen Krankenhaus in Hamburg gründete er vor drei Jahren die Biotech-Firma als Start-up-Unternehmen, mit dem Ziel, eine Biodatenbank aufzubauen und für Forschungszwecke der biopharmazeutischen Industrie zu vermarkten.

Mittlerweile verfügt Indivumed über eine Million qualitativ hochwertiger Daten, die das 35-köpfige Team von knapp 3 000 Patienten in onkologischen Kliniken in Hamburg zusammengetragen und in die Datenbank einspeist hat.

In der Datenbank werden Blut-, Gewebe- und Urinproben von Krebspatienten erfasst und zusammen mit klinischen Daten, wie Krankheitsverlauf, Medikamenteneinnahmen und Ernährungsgewohnheiten, nach einem standardisierten Verfahren gespeichert. In einem zweiten Schritt identifiziert Indivumed Moleküle, die bei Veränderungen Krebswachstum auslösen können. Auf dieser Basis sollen neue individuelle Therapien für Patienten mit Brust-, Lungen-, Prostata-, Magen- oder Darmkrebs entwickelt werden.

„Neue Medikamente müssen auf die molekularen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten werden“, sagt Juhl. Denn in der Regel wirkten die Arzneimittel nur bei zehn bis 15 Prozent der Tumorpatienten. Indivumed entwickelt Verfahren, wie diese Patienten herausgefiltert werden können. Einige Pharmaunternehmen, wie die Roche Holding AG und Sanofi-Aventis, nutzen bereits das Verfahren und lassen neue Wirkstoffe von Indivumed testen.

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