Medizin
Hamburger Forscher können „schlafende Krebszellen“ aufspüren

dpa HAMBURG. Hamburger Forscher haben eine Methode zum Aufspüren von „schlafenden Krebszellen“ entwickelt. Das im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) erstellte Verfahren ermögliche es, so genannte disseminierte Tumorzellen im Knochenmark aufzuspüren, teilte das UKE am Donnerstag mit.

Diese Zellen werden dafür verantwortlich gemacht, dass bei Patienten mit überstandener Krebserkrankung nach Jahren Metastasen auftreten. Das Verfahren solle nun verfeinert werden, um gezieltere Therapien zu ermöglichen.

Das „Frühwarnsystem für gestreute Tumorzellen“ wurde bei 4 000 Brustkrebspatientinnen getestet. Das Ergebnis: Frauen, bei denen schlafende Tumorzellen entdeckt wurden, erlitten häufiger einen Rückfall als andere Patientinnen. Ziel ist es nun, das Verfahren zu verfeinern und präzisere Aussagen über den Verlauf einer Krebserkrankung zu machen. Vielen Patientinnen könnte möglicherweise eine Chemotherapie erspart bleiben. Die Ergebnisse der Studie wurden am Donnerstag in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ (Bd. 353, S. 793) veröffentlicht.

Er rechne damit, dass die Methode in ein bis drei Jahren in der Praxis eingesetzt wird, sagte der Direktor des Instituts für Tumorbiologie am UKE, Prof. Klaus Pantel. Wenn bei Patienten keine schlafenden Krebszellen entdeckt würden, sei in den meisten Fällen eine Chemotherapie nicht notwendig. Das Verfahren sei unter anderem auch bei Lungen-, Prostata- oder Magen- und Darmkrebserkrankungen anwendbar.

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