Herstellung von Medikamenten
Neuer Zelltyp verbessert die Chancen für die Gentherapie

Ein neuer Typ von Zellen, den Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig entwickelt haben, eröffnet neue Perspektiven für die Gentherapie. Die Hochleistungszellen können schnell und kontinuierlich große und genau definierte Mengen von Viruspartikeln erzeugen. Mit diesen so genannten Genvektoren sind Biotech-Unternehmen erstmals in der Lage, Heilmittel auf Basis von Zellen gegen Erbkrankheiten gezielt und mit gleichbleibender Qualität herzustellen.

HAMBURG. Das bisherige Verfahren zur Erzeugung der Virus-Partikel ist dreißig Jahre alt und beruht auf dem Prinzip Ausprobieren. Zur Herstellung gen-veränderter Viren werden die Genvektoren in so genannte Produktionszellen – meist sind es Mäusezellen – eingepflanzt. Diese Zelllinien ergänzen die Genteile mit eigenen Proteinen. Das Ergebnis sind Virus-Partikel, die für die Therapie genutzt werden können.

Das Problem: Die Mediziner können bei dem alten Verfahren nicht genau vorher sagen, ob und warum es ihnen gelingt, eine geeignete Zelllinie zu züchten oder warum sich das Erbmaterial nicht in die Zelle integriert. Erst durch das Durchprobieren etlicher Varianten stoßen sie auf therapeutisch nutzbare Kombinationen von Genvektoren und Produktionszellen.

„Das ist natürlich ein riesiger Aufwand. Bisher mussten wir mehrere hundert Zellreihen untersuchen, um eine zu finden, die für unsere Arbeit geeignet ist“, sagt Manuel Grez, Gruppenleiter im Chemotherapeutischen Forschungsinstitut im Georg-Speyer-Haus an der Universität Frankfurt. Mit dem neuen Verfahren reiche es, fünf bis zehn Zellinien anzusehen, um eine zu finden, die für die weitere Arbeit geeignet ist.

Das neue so genannte Kassettenaustauschverfahren, das die Braunschweiger Wissenschaftler entwickelt haben, kombiniert die Genschnipsel mit Hefe-Bausteinen. Diese sorgen dafür, dass die Schnipsel nur an Stellen in der Zelle andocken, die besonders vorteilhafte Bedingungen für das Ablesen der Geneinformation bieten.

„Die Vorteile des Verfahrens sind beträchtlich“, sagt Hansjörg Hauser, Leiter des Forschungsbereichs Molekulare Biotechnologie des Helmholtz-Zentrums. Es wird die höchstmögliche Menge an Viren erzielt. Außerdem ist die Eigenschaften der Produktionszelle bekannt, und diese ändern sich nicht bei jeder neuen Produktion.

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