Herz-Lungen-Maschine
Mit dem Lebensretter in die Top Ten

Das Gerät ist so groß wie eine kleine Sporttasche und wiegt keine zehn Kilo. Geht es nach den Chefs des Rastatter Unternehmens Maquet, dann wird das Leichtgewicht künftig unzählige Leben retten - und seine Entwickler endgültig in die erste Liga der Medizintechnik katapultieren.
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RASTATT. Bisher waren Herz-Lungen-Maschinen für den Einsatz in der Notfallrettung und im Krankentransport viel zu groß. Eine normale Maschine wog ungefähr 20 Kilo und war äußerst unhandlich. Das von Maquet entwickelte Modell gilt als kleinste Herz-Lungen-Maschine der Welt und soll nun den Markt revolutionieren. „Wir haben einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz“, sagt Maquet-Chef Heribert Ballhaus. Das Konkurrenzprodukt der Firma Lifbridge ist deutlich größer und mit über 20 Kilo auch wesentlich schwerer.

Ab kommenden Frühjahr soll das bislang erst in Testkliniken angewandte 50 000 Euro teure Gerät auf den Markt kommen. Ballhaus hat zunächst die 80 Kliniken in Deutschland mit einer Herzchirurgie als Markt im Visier, danach 800 Kliniken, die über eine Intensivstation verfügen. „Der Markt ist aber noch viel größer, wenn man die Notfallrettung mit Krankenwagen und Helicoptern einbezieht“, sagt Ballhaus. Zudem können Patienten bis zu 30 Tage und damit um ein Mehrfaches länger an das Gerät angeschlossen werden, als bei stationären Geräten. Das verlängert etwas die Überlebenschance eines Patienten, der auf ein Spenderorgan wartet.

Herz-Lungen-Maschinen kommen zum Einsatz etwa bei Herzinfarkten oder Patienten mit Lungenversagen. Die Geräte entziehen dem Blut CO2 und führen Sauerstoff zu, um den Patienten am Leben zu halten und bleibende Schäden des Gehirns durch Sauerstoffmangel zu vermeiden. Bisher waren die Geräte für die Notfallrettung und den Krankentransport viel zu groß. „Neue Einsatzgebiete ergeben sich durch die Mobilität des Systems“, bestätigt der Regensburger Herzklinikdirektor Professor Christof Schmid.

Schlägt die Maschine in den Kliniken ein, dann könnte Maquet die längste Zeit ein „Hidden Champion“ gewesen sein. Das Unternehmen hat im Stillen eine atemberaubende Entwicklung hingelegt.. Der Umsatz stieg in den vergangenen acht Jahren von 150 auf über 850 Mio. Euro und die Belegschaft von 1 400 auf über 4 000.

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