Herzspezialisten in Hannover und Zürich entwickeln Ersatzklappen mit körpereigenen Zellen der Patienten
Künstliche Herzklappen wachsen mit

Herzchirurgen knüpfen große Hoffnung an das Tissue Engineering – die Züchtung von menschlichem Gewebe aus dem Bioreaktor. Gelänge es, Herzklappen aus körpereigenen Zellen herzustellen, dann wäre das vor allem für die Kinder-Herzchirurgie ein Durchbruch.

DÜSSELDORF. Denn Herzklappen aus körpereigenen Zellen könnten bei jungen Menschen mitwachsen und müssten nicht immer wieder mit komplizierten Operationen ausgetauscht werden.

Weltweit entwickeln Biotechniker daher Verfahren, um Ersatz-Herzklappen mit Zellen des Patienten herstellen zu können. Erste Gewebezüchtungen wurden bereits mit Erfolg an Schafen getestet – Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover wollen im nächsten Jahr mit klinischen Studien beginnen. Bis die Technik für die klinische Praxis zugelassen wird, werden jedoch noch mindestens fünf bis zehn Jahre vergehen.

Bei Kindern, die mit verengten oder undichten Herzklappen zur Welt kommen, hilft oft nur eins: Die filigranen Klappen müssen ersetzt werden. Heute werden in der Regel bei den kleinen Patienten Ersatzklappen aus tierischem Gewebe eingesetzt. Diese Ersatzklappen haben zwar den Vorteil, dass sie den körpereigenen Herzklappen ähneln und daher das Embolie-Risiko gering ist.

Ein Nachteil der biologischen Klappen aus Tierzellen besteht jedoch darin, dass sie nicht mitwachsen, sondern im Gegenteil mit der Zeit schrumpfen und verkalken, so dass sie in der Regel nach acht bis zehn Jahren ausgetauscht werden müssen. „Junge Patienten müssen daher bis zum Erwachsenenalter mit vier Operationen rechnen“, sagt der Bonner Kinder-Herzspezialist Johannes Breuer.

Aber auch für ältere Patienten wäre eine Herzklappe aus körpereigenem Gewebe ein Segen. „Die mechanischen Doppelflügelklappen, die seit Anfang der Neunziger Jahre verwendet werden, sind zwar inzwischen sehr leistungsfähig und lange haltbar, doch der Patient muss sein Leben lang, Blut verdünnende Medikamente einnehmen“, sagt Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Er ist selbst Träger einer Herzklappe.

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