Herzunterstützungssystem passt sich körperlicher Belastung an: Minipumpe entlastet krankes Herz

Herzunterstützungssystem passt sich körperlicher Belastung an
Minipumpe entlastet krankes Herz

Die Chance auf eine schnelle Herztransplantation in Deutschland ist gering. Es gibt doppelt so viele Menschen, die dringend ein neues Herz benötigen, wie es Spenderherzen gibt. Viele Patienten, die an einer schweren Herzschwäche – einer so genannten Herzinsuffizienz – leiden, müssen ein Jahr und länger auf eine Transplantation warten. Seit Jahren helfen so genannte Kreislaufunterstützungssysteme, diese Zeit zu überbrücken.

HB DÜSSELDORF. Solche Herzpumpen werden immer komfortabler. Mediziner des Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen haben Anfang Februar erstmals ein System implantiert, das seine Pumpleistung automatisch am Bedarf des Patienten anpasst. Der 64-jährige Patient, dem das neue so genannte Coraide-System eingesetzt worden ist, hat den Eingriff gut überstanden. Er kann inzwischen wieder erste Schritt über die Station gehen. Wenn alles gut geht, wird er in einigen Wochen sogar die Klinik verlassen und die nächsten Monate zu Hause leben.

Die Herzinsuffizienz hat bei dem 64-Jährigen ein Stadium erreicht, in dem Medikamente und andere Therapien nicht mehr helfen – ein neues Herz muss her. Um die Wartezeit zu überbrücken bis ein geeignetes Spenderherz gefunden ist, haben die Mediziner in Bad Oeynhausen das Unterstützungssystem Coraide der amerikanischen Firma Arrow International Inc. implantiert, das zu der neuen Generation magnetisch gelagerter Pumpen gehört. „Diese Systeme sind nahezu verschleißfrei, verbrauchen wenig Energie und die Implantation ist vergleichsweise einfacher“, sagt Reiner Körfer, Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrum NRW, der zusammen mit seinen Kollegen inzwischen eine Vielzahl verschiedener Herzpumpen implantiert hat.

Das Coraide-System besteht aus einer kleinen Pumpe aus Titan, die in den Bauchraum des Patienten implantiert und an die linke Herzkammer angeschlossen wird – jener Kammer, die sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in den Körper pumpt. Die Minipumpe unterstützt den natürlichen Blutstrom. Im Inneren der Pumpe beschleunigt der magnetisch gelagerte Rotor mit etwa 2300 bis 3000 Umdrehungen pro Minute das Blut. Eine externe Steuereinheit kontrolliert die Pumpleistung und regelt die Energieversorgung über wieder aufladbare Batterien und das Batterieladegerät.

Es gibt es heute zehn solcher mechanischen Kreislaufunterstützungssysteme am Markt, mit denen die Wartezeit bis zur Herztransplantation, die im Schnitt 220 Tage dauert, überbrückt werden kann. In den letzten 30 Jahren haben sich besonders mechanische Pumpen bewährt, die das Pulsieren des gesunden Herzens nachahmen. Nachteil dieser Systeme wie Thoratec, Novacor oder Medos ist aber, dass sie recht groß sind. Sie können auf Grund des großen Blutvolumen, das sie in stoßweise in die Adern pumpen, nicht verkleinert werden.

Deshalb haben Firmen weltweit eine andere Art Pumpsysteme entwickelt, die so klein sind, dass sie auch Frauen und Jugendlichen implantiert werden können. Diese miniaturisierten Kreislaufunterstützungssyteme erzeugen mit Hilfe eines Rotors einen kontinuierlichen, nicht pulsierenden Blutstrom. Das heißt: Personen, denen diese Pumpe eingesetzt wurde, haben keinen Pulsschlag.

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