Hintergrund
Techniken der künstlichen Befruchtung

Weltweit haben nach Expertenschätzungen zwischen zehn und 20 Prozent der Paare Probleme bei der Fortpflanzung. Medizinern stehen heute mehrere Verfahren zur Verfügung, um zu helfen. Die Techniken im Überblick.
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Künstliche Insemination: Dabei wird das aufbereitete Sperma des Mannes zu einem passenden Zeitpunkt direkt in die Gebärmutter der Frau gespritzt, um den Weg zur Eizelle zu verkürzen. Meist werden dafür besonders bewegliche Spermien gewählt. Die Erfolgsaussichten für eine Schwangerschaft liegen bei etwa fünf bis 15 Prozent pro Zyklus. Über die Zahl der so gezeugten Kinder gibt es keine genauen Daten.

In-Vitro-Fertilisation: Seit der Zeugung des weltweit ersten Retortenbabys Louise Brown 1978 können Ärzte Eizellen auch außerhalb des Körpers befruchten. Diese vom diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger Robert Edwards mitentwickelte Methode benutzen Mediziner bei bestimmten Fruchtbarkeitsproblemen der Frau, etwa einem Eileiterverschluss. Hierfür wird zunächst mit Hormonpräparaten die Eizellreifung stimuliert.

Die gereiften Eizellen werden anschließend abgesaugt, im Labor von den Samenzellen des Mannes befruchtet und der entstehende Embryo in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt. In Europa gab es 2006 nach Zahlen der europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin mindestens 117 000 derartige Behandlungen. Etwa jeder dritte so gezeugte und eingepflanzte Embryo führt zu einer Schwangerschaft.

In-Vitro-Maturation: Bei diesem alternativen Verfahren werden die Eizellen unreif entnommen und reifen im Labor, wodurch der Frau die Hormonbehandlung weitgehend erspart bleibt.

Intra-Cytoplasmatische Sperma-Injektion: Diese Methode kommt bei Fruchtbarkeitsproblemen des Mannes zum Einsatz. Der Ablauf ist zunächst derselbe wie bei der IVF, zur Befruchtung wird jedoch eine Samenzelle unter einem Mikroskop direkt in die Eizelle gespritzt. Die ICSI ist nach Zahlen der Mediziner heute deutlich häufiger als die IVF.

Die europäische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin registrierte für 2006 mindestens 232 000 derartige Behandlungen in Europa. Die Erfolgsaussichten sind ebenso hoch wie bei der IVF.

Eizellspende: Bei dieser Methode, die in Deutschland verboten ist, trägt die Frau Eizellen einer Spenderin aus, die in der Regel vorher im Labor mit dem Samen des Mannes künstlich befruchtet wurden. Die Reproduktionsmediziner registrierten 2006 europaweit mehr als 12 000 solcher Behandlungen.

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