Hirnhautentzündung
Neue Waffe gegen gefährliche Infektionskrankheit

Eine neue Impfung könnte in Zukunft Epidemien von Hirnhautentzündung in Afrika verhindern. Das Präparat richtet sich gegen Meningitis vom Typ A, die in Afrika über 90 Prozent der Meningitis-Ausbrüche verursacht. Bei der Erkrankung infizieren Viren oder Bakterien jene Auskleidung, die das Gehirn und Rückenmark umgibt.
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HB LONDON. Hirnhautentzündung (Meningitis), die oft durch sogenannte Meningokokken verursacht wird, sucht regelmäßig über 20 Länder in Afrika südlich der Sahara heim, von Senegal bis nach Äthiopien. Im vergangenen Jahr registrierten Mediziner dort rund 80 000 Fälle, darunter mehr als 4 000 tödliche Verläufe.

Die Industriestaaten impfen seit Jahren gegen Meningitis. Aber in den Entwicklungsländern können die bislang verfügbaren Vakzinen die Ausbreitung der Infektionen nicht aufhalten: Zum einen dauert ihre Wirkung dafür nicht lange genug an. Zum anderen können sie nicht bei Kindern unter zwei Jahren eingesetzt werden also ausgerechnet bei der am stärksten gefährdeten Altersgruppe. Bislang impfen Gesundheitsbehörden nur in akuten Krisensituationen nach dem Ausbruch einer Epidemie.

Nun hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Impfung zugelassen, die solche Krankheitswellen im Keim ersticken soll. „Das kommt einer Revolution bei der Kontrolle von Meningitis sehr nahe“, sagt Daniel Berman von der Organisation Ärzte ohne Grenzen. „Mit dieser Vakzine können wir vorher planen, Ausbrüche zu verhindern.“ Die Initiative zu dem Impfstoff entstammt einer Partnerschaft zwischen WHO, dem indischen Serum-Institut und der Organisation Path, die von der Bill & Melinda Gates Stiftung finanziert wird.

Das Präparat richtet sich gegen Meningitis vom Typ A, die in Afrika über 90 Prozent der Ausbrüche verursacht. Laut WHO erfüllt der Wirkstoff sämtliche Qualitätsanforderungen. Damit können andere Organisationen wie etwa das Kinderhilfswerk UNICEF den Stoff, der etwa 30 Cents pro Injektion kostet, zum Einsatz in armen Ländern kaufen.

Eine Meningitis ist hoch ansteckend und überträgt sich durch Niesen, Husten oder das Leben in beengten Behausungen. Infizierte leiden an steifem Nacken, Kopfschmerzen, hohem Fieber und Erbrechen. Selbst wenn die Krankheit früh erkannt und behandelt wird, sterben mehr als zehn Prozent der Patienten binnen zwei Tagen. 20 Prozent der Überlebenden entwickeln dauerhafte Nachwirkungen wie Hirnschäden oder Hörverlust.

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