Hirnschrittmacher bekämpft Parkinson-Zittern
Gezielt aus dem Takt gebracht

Der Mathematiker Peter Tass vom Forschungszentrum Jülich und Volker Sturm, Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Universität Köln, haben eine neue Generation von Hirnschrittmachern entwickelt. Das Besondere an ihrem Gerät: Die überaktiven Nervenzellen werden nicht nur gezielt aus dem Takt gebracht, sondern sie erfüllen nach einiger Zeit wieder ihre normale Funktion.

DÜSSELDORF. In Deutschland gibt es rund 250 000 Parkinson-Patienten. Die Erkrankung tritt meist erst bei älteren Menschen über 60 Jahren auf. Die ersten Symptome sind sehr unspezifisch, so dass nicht gleich an Parkinson gedacht wird. Erst später treten deutlichere Anzeichen auf wie Bewegungsstörungen, Muskelsteifigkeit oder das sichtbare – überwiegend in Ruhe auftretende – Zittern der Hände.

Früher hatte man geglaubt, dass die Ursache der Steifheit und der nahezu vollständigen Bewegungsunfähigkeit in fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Krankheit ein durch Dopaminmangel bedingter Untergang von Nervenzellen in bestimmten Teilen der Hirnrinde sei. „Heute weiß man, dass dem nicht so ist“, sagt Volker Sturm. In einem kleinen Areal des Mittelhirns gingen zwar tatsächlich dopaminproduzierende Zellen zugrunde, wodurch ein anderes Kerngebiet, etwa so groß wie eine Erbse, funktionell gestört, quasi aus dem Takt gebracht werde. „Die Nerven werden dabei aber nicht zerstört“, sagt Sturm.

Zunächst kann die Parkinson-Krankheit gut mit Medikamenten behandelt werden. Erst wenn schwere Störungen, wie das Zittern der Hände, nicht mehr mit Arzneimitteln in den Griff zu bekommen sind, werden seit rund 13 Jahren Hirnschrittmacher eingesetzt. Dabei werden Mini-Elektroden, die quasi als Störsender fungiert, in diesen nicht mehr richtig regulierten erbsengroßen Kern implantiert.

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