Hoffnung auf neue Medikamente
Ärzte treten bei der Schlaganfall-Behandlung auf der Stelle

dpa MARBURG. Bei der Behandlung des Schlaganfalls gibt es nach Ansicht des Marburger Pharmakologen Josef Krieglstein trotz jahrzehntelanger Forschung bisher keinen durchschlagenden Erfolg. „Nur bei drei Prozent der Patienten ist die Therapie so erfolgreich, dass sich der Gefäßverschluss auflösen lässt“, sagte der Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Marburg. „Bei den medizinischen Grundlagen aber gibt es einen großen Wissenszuwachs. Daher hat man den Eindruck, eine erfolgreiche Therapie liege um die Ecke.“

In Deutschland erleiden Krieglstein zufolge jedes Jahr mehr als 200.000 Menschen einen Schlaganfall, die Erkrankung ist Todesursache Nummer drei. Bei einem Schlaganfall wird ein Abschnitt des Gehirns nicht ausreichend mit Blut versorgt. In den meisten Fällen ist der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel die Ursache. „Wenn ein größeres Gebiet durch einen Thrombus (Blutgerinnsel) verschlossen bleibt, bleibt dem Gewebe nichts anderes übrig als zu sterben“, erklärte Krieglstein. Gehirngewebe sei wesentlich empfindlicher als Herz- oder Muskelgewebe, wenn es nicht mit Blut und Sauerstoff versorgt werde.

Am Rand des Infarktzentrums jedoch - in der Periinfarktzone - sei betroffenes Gewebe zwar unterversorgt, aber nicht völlig von der Blutzufuhr abgeschnitten, sagte der Wissenschaftler. „Um diese Nervenzellen kann man therapeutisch kämpfen - mit Medikamenten, die sie vor der drohenden Schädigung schützen.“ Auf diese so genannten Neuroprotektiva setzten die Forscher daher die größte Hoffnung. Arzneimittel dagegen, die nur die Durchblutung verbessern, seien nicht ausreichend. Die Behandlung sollte möglichst in den ersten vier bis sechs Stunden nach einem Schlaganfall beginnen, betonte Krieglstein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%