HUS
Mediziner kommen EHEC-Komplikationen auf die Spur

Warum verlaufen die Fälle des derzeitigen EHEC-Ausbruchs so schwer? Mediziner der Universitätskliniken Greifswald und Bonn haben nun Hinweise für die Ursache der schweren Verläufe mit HU-Syndrom gefunden.
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Greifswald/Bonn/HamburgMediziner der Universitätskliniken Greifswald und Bonn haben Hinweise auf die Ursache schwerer Verläufe bei EHEC-Patienten mit HU-Syndrom gefunden. Vieles deute darauf hin, dass neben dem Giftstoff Shigatoxin auch die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sei, sagte der Transfusionsmediziner Andreas Greinacher vom Universitätsklinikum Greifswald. Die Autoantikörper verursachten einen Anstieg eines Gerinnungsfaktors, wodurch die Durchblutung wichtiger Gehirnregionen und der Nebennieren eingeschränkt sei. Sie werden nur von einigen EHEC-Patienten gebildet. Inzwischen wurden erste schwer erkrankte Patienten mit einer speziellen Blutwäschetherapie behandelt. „Die ersten Entwicklungen bei den Blutwerten stimmen uns optimistisch.“

Klinik ruft zum Blutspenden wegen EHEC auf

Für die Behandlung der schwer kranken EHEC-Patienten ist viel Blutplasma nötig. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) rief daher am Mittwoch erneut zu Blutspenden auf. In den vergangenen drei Wochen seien allein am UKE mehr als 6000 Plasmakonzentrate für die Versorgung der HUS-Patienten eingesetzt worden, berichtete eine Sprecherin. „Das entspricht etwa der Menge an Plasma, die sonst in drei bis vier Monaten gebraucht wird.“ Die Reserven müssten vor allem mit Blick auf die nahenden Sommerferien möglichst schnell wieder aufgefüllt werden.

In den vergangenen Tagen hätten bereits viele Menschen mit ihrer Blutspende geholfen, sagte der Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, Sven Peine. „Die Hilfsbereitschaft und die Geduld der Spender ist beispiellos.“

Blutspenden kann in Deutschland fast jeder, vorausgesetzt er ist 18 Jahre alt und gesund. Ausgeschlossen sind beispielsweise Menschen, die drogenabhängig sind, sich in den letzten fünf Monaten tätowieren lassen haben oder sich einer größeren Operationen unterziehen mussten. Auch homosexuelle Männer und Menschen mit häufig wechselnden heterosexuellen Partnern sind nicht zur Blutspende zugelassen.

Vollblut können Frauen bis zu vier-, Männer bis zu sechsmal im Jahr spenden. Der Weltblutspendertag am 14. Juni ehrt diese Menschen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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