Indonesien: Wie der Krieg gegen Drogen Tuberkulose fördert

Indonesien
Wie der Krieg gegen Drogen Tuberkulose fördert

Wenig Ärzte, kaum Arzneien: Wenn ein Tuberkulose-Kranker in einer überfüllten Gefängniszelle hockt, kann sich der Erreger sehr schnell ausbreiten. Ein Riesenproblem im bevölkerungsreichen Indonesien.

JakartaEin Ventilator an der Decke bewegt die stickige Luft in den vergitterten Raum, ein Aufklärungsposter über Tuberkulose hängt an der Wand: Das ist die Klinik im Cipinang-Gefängnis in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Ein Wärter lehnt schwitzend an der Wand. Fünf Männer sitzen mit fahlem Gesicht und ohne Regung barfuß auf Plastikstühlen. Jeder trägt Mundschutz. Geredet wird kaum.

„Ständig bin ich nachts aufgewacht, dieses Husten nahm dann kein Ende“, sagt Yohannes Ruli Karamoy (57) mit dünner Stimme. „Es war wie ein Zentnergewicht auf meiner Brust, und ich bin immer schwächer geworden.“ Als er endlich den Arzt sah, kam schnell die Diagnose: Tuberkulose (TB).

Seit Oktober bekommt er Medikamente, und es geht aufwärts, ganz langsam. Zwei Runden um die kleine Rasenfläche im Gefängnishof schafft der Mann, der wegen Drogendelikten im Gefängnis ist, schon wieder. Karamoy wiegt 43 Kilogramm.

Indonesien am Äquator in Südostasien ist nach China, Indien und den USA mit 250 Millionen Einwohnern das viertbevölkerungsreichste Land der Welt. Nirgends außer in Indien gibt es so viele Tuberkulosefälle. Zehn Prozent aller TB-Kranken weltweit sind in Indonesien, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), und rund 100.000 Menschen sterben im Jahr an der gefährlichen Infektionskrankheit.

Weltweit sind 2014 nach WHO-Angaben 9,6 Millionen Menschen an TB erkrankt, 1,5 Millionen Menschen gestorben. Zwar seien seit 2000 durch bessere Diagnose und Behandlung 43 Millionen Menschenleben gerettet worden, schreibt die Organisation. „TB bleibt aber neben HIV die häufigste Todesursache weltweit.“

Die Infektion ist ansteckend, die Bakterien verbreiten sich durch Husten und Niesen. In überfüllten Gefängnissen, wo Dutzende Männer sich oft eine enge Zelle teilen und es nur wenige Ärzte gibt, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß.

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Wie schlimm die Lage genau ist, weiß niemand

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