Infektionskrankheiten: Neue Waffe gegen Krankheitskeime

Infektionskrankheiten
Neue Waffe gegen Krankheitskeime

Die zunehmende Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika ist eine der größten Herausforderungen der modernen Medizin. Eine neue Waffe gegen gefährliche Keime haben Wissenschaftler der Universität Kiel jetzt gefunden. Auf die Spur brachte sie ein winziger Süßwasserbewohner.
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HEIDELBERG. Ein bislang unbekanntes Bakterizid haben Joachim Grötzinger von der Universität Kiel und seine Kollegen in Süßwasserpolypen der Gattung Hydra aufgespürt. Das Protein namens Hydramacin-1 tötete in Laborexperimenten verschiedenste Bakterien und könnte in Zukunft als Antibiotikum zum Einsatz kommen.

Hydramacin-1 wirke antibakteriell, indem es an die Zelloberfläche andockt, ein Verklumpen mit anderen Bakterien auslöst und schließlich die Zellmembran zerstört. Im Versuch tötete das Protein so eine Reihe unterschiedlicher Bakterien ab. Darunter befand sich auch das allgegenwärtige Stäbchenbakterium Klebsiella oxytoca, das wegen seiner Resistenz gegen Penicillin gefürchtet ist. Es kann Entzündungen des Darmtrakts auslösen.

In den zu den Nesseltieren gehörenden Süßwasserpolypen fungiert das Protein als Abwehrmechanismus in der Außenhaut. Hydramacin-1 unterscheidet sich weitgehend von bekannten Antibiotika: Nur zwei Bakterizide, die in Blutegeln vorkommen, zeigen eine ähnliche Struktur. Die strukturell nächsten Verwandten gehören zu einer Überfamilie von Proteinen, die sich unter anderem auch im Gift der Skorpione finden.

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