Injektions-Innovation
Grippeimpfung geht unter die Haut

Eine neue Injektionsmethode soll besonders Ältere besser schützen: Bei dem neuen Verfahren spritzt der Arzt den Impfstoff nur wenige Milimeter unter die Haut, in die so genannte Dermis. Diese ist reich an dentrischen Zellen, die den Impfstoff besonders effektiv aufnehmen können.
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DÜSSELDORF. Eine neue Impfmethode soll vor allem bei älteren Menschen ab 60 Jahren den Schutz vor Grippeviren verbessern. Sie wurde von dem französischen Impfstoffhersteller Sanofi Pasteur MSD entwickelt und ist in diesem Jahr erstmals europaweit unter dem Namen Intanza zugelassen. Bei diesem Verfahren spritzt der Arzt den Grippeimpfstoff mit einem speziellen Injektionssystem nur wenige Millimeter unter die Haut - in einen Bereich, der eine Schlüsselrolle bei der Auslösung der immunologischen Aktivierungskaskade spielt, wie Stephan Grabbe, Direktor der Universitäts-Hautklinik Mainz, auf der Pressekonferenz des Herstellers erläuterte.

Die sogenannte Dermis sei reich an dendritischen Zellen, die das Antigen besonders effektiv aufnehmen, verarbeiten - und darüber hinaus sehr leicht über die Lymphbahnen zu den Lymphknoten transportieren. Dort würden weitere Immunzellen aktiviert und dadurch die Bildung von Antikörpern induziert, so der Mediziner.

Dass Impfstoffe in dieser Hautschicht besonders wirksam sind, haben Forscher erst in den vergangenen Jahren erkannt, vor allem bei experimentellen Impfungen gegen Krebs, Gelbsucht oder Aids. In vielen Entwicklungsländern würden seitdem Impfstoff-Rationen halbiert oder geviertelt und dann mit ruhiger Hand ganz flach und quer zur Hautoberfläche gespritzt. "Das klappt allerdings mal mehr, mal weniger gut", sagt Grabbe. Damit der Impfwirkstoff zielgenau platziert wird, hat Sanofi zusammen mit dem US-Medizinbedarf-Spezialisten Becton Dickinson (BD) eine Fertigspritze entwickelt, die mit einer nur 1,5 mm langen und sehr dünnen Mikronadel ausgestattet ist. Bei der herkömmlichen intramuskulären Injektion des Grippeimpfstoffs werden 16 bis 25 mm lange Nadeln benutzt.

In klinischen Studien hätten nicht nur ältere Teilnehmer einen stärkeren Schutz gegen die Grippeviren entwickelt als die Vergleichsgruppe, sondern jüngere Menschen hätten mit fast der Hälfte des Impfstoffs die gleichen Abwehrkräfte entwickelt wie die Studienteilnehmer, die auf herkömmliche Weise geimpft wurden.

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