Innovationen bei Kunstaugenlinsen
Nach Grauem Star wieder gut sehen

Der Einsatz einer künstlichen Augenlinse bei Grauem Star ist längst Routine. Neue Linsentypen sorgen heute aber nicht nur für einen klaren Blick, sondern ermöglichen auch eine Fokussierung in Nähe und Ferne.

DÜSSELDORF. Bei vielen Menschen werden im Alter die Augenlinsen trüb. Ab dem siebzigsten Lebensalter leidet jeder zweite unter der Alterskrankheit Grauer Star. Der Einsatz einer künstlichen Augenlinse ist längst Routine. Neue Linsentypen sorgen heute aber nicht nur für einen klaren Blick, sondern ermöglichen auch eine Fokussierung in Nähe und Ferne.

Der Markt für die Kunstlinsen ist enger geworden. Es gibt immer mehr Anbieter. Neben Alcon, AMO und Morcher gehören Pharmacia, Storz und Humanoptics zu den größten Herstellern. „Da versuchen sich die Firmen vor allem durch Innovationen stärker vom Wettbewerb zu unterscheiden“, sagt Gerd Auffarth, Professor an der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg.

Die Klinik ist eines der Zentren in Deutschland, die sich mit der Weiterentwicklung der Implantation sowie dem Test neuer Kunstlinsen beschäftigt. Wurden bis vor kurzem vor allem starre Kunstlinsen aus Acryl implantiert, gibt es heute eine Vielzahl von Alternativen aus flexibleren Materialien. „Für jeden Patienten wird inzwischen – je nach Sehfehler – die passende Kunstlinse angeboten“, sagt Auffarth.Vor allem drei Trends sind zu beobachten. Die Hersteller haben so genannte asphärische Linsen entwickelt, die durch einen besonderen Schliff ein schärferes Bild auf der Hornhaut erzeugen und das Sehen in der Dämmerung und beim Autofahren erleichtern. „Die Linsen bündeln auch die Strahlen, die an den Rändern einfallen und ermöglichen so eine kontrastreichere Wahrnehmung“, erläutert Thomas Neuhann, Präsident des Verbands der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VDSAR).

Eine weitere Innovation sind so genannte torische Linsen, die Sehfehler durch Hornhautverkrümmung korrigieren können. Sie werden individuell gefertigt. Bei der Implantation müssen die Operateure jedoch besonders sorgfältig arbeiten und sicherstellen, dass sich die künstliche Linse später im Auge nicht dreht.

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