Internationale Hilfe
Ebola-Ausbruch in Nigeria gestoppt

Nigeria ist offiziell ebolafrei. In Liberia hingegen wüte das Virus schlimmer als ein Bürgerkrieg, sagt die liberianische Botschafterin. Die EU-Außenminister beraten über „Weißhelm“-Truppen und suchen einen Koordinator.
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BerlinDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch in Nigeria offiziell für beendet erklärt. „Das ist eine spektakuläre Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass Ebola eingedämmt werden kann“, erklärte die Organisation am Montag in Genf. Der nigerianischen Regierung und den WHO-Vertretern vor Ort sei aber bewusst, dass das westafrikanische Land weiter gefährdet sei, solange die Krankheit in anderen Ländern der Region weiter wüte. Man bleibe deswegen in Alarmbereitschaft.

In Nigeria hatte es 20 Erkrankte gegeben, 8 davon starben. Ein Ebola-Ausbruch gilt nach den Richtlinien der WHO als beendet, wenn 42 Tage lang kein neuer Fall aufgetreten ist. 42 Tage entsprechen der doppelten maximalen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen. Bereits am Freitag hatte die Organisation Senegal für ebolafrei erklärt. Dort hatte es jedoch nur eine Infektion gegeben, die der Erkrankte überlebte.

Ein von Ebola geheilter britischer Pfleger ist derweil zurück nach Westafrika gereist, um dort weiter Infizierte zu behandeln. Will Pooley hatte sich als Helfer in Sierra Leone mit dem Virus angesteckt. Er wolle weiter gegen die Epidemie ankämpfen und „alles tun, was ich kann, um so viele unnötige Todesfälle wie möglich zu verhindern“, sagte der 29-Jährige, der am Sonntag in der Hauptstadt Freetown ankam.

Pooley hatte sich als erster Brite während der aktuellen Epidemie infiziert und war im August zur Therapie in seine Heimat geflogen worden. Nach einer Behandlung mit dem experimentellen Medikament „ZMapp“ in einem Londoner Krankenhaus war er im September geheilt entlassen worden.

Die Botschafterin Liberias in Deutschland, Ethel Davis, hat angesichts der in ihrem Land und anderen westafrikanischen Staaten wütenden Ebola-Seuche erneut dringlich um Hilfe gebeten. „Ebola tötet Menschen schneller als im Bürgerkrieg“, sagte Davis am Montag auf dem Weltgesundheitsgipfel in Berlin. Die Epidemie untergrabe „die Substanz unseres gesellschaftlichen und sozialen Systems“. Liberia könne die Bedrohung nicht alleine bewältigen.

„Wir sollen nicht denken, dass die betroffenen Länder weit weg sind und wir deshalb sicher vor der Krankheit sind“, warnte die Botschafterin. Ebola sei nur eine Busreise oder einen Flug entfernt. Davis schilderte die Lage in der Hauptstadt Monrovia und anderen betroffenen Orten als dramatisch. Infizierte würden in den überfüllten Krankenhäusern oft zurückgeschickt, viele Menschen trauten sich aus Angst nicht aus ihren Häusern.

Die internationale Hilfe reiche noch nicht aus, sagte Davis. Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, räumte ein, dass die Hilfsmissionen zu spät angelaufen seien. Sein Job sei es aber nicht, zurückzublicken: „Mein Job ist es, dafür zu sorgen, dass ab jetzt alles getan wird, damit wir ab jetzt Menschenleben retten.“

Nun bräuchte es Mobilisierung, Freiwillige und eine gute Koordination der Hilfseinsätze, sagte Lindner. Die Forderungen der liberianischen Botschafterin waren konkreter: „Wir brauchen mehr Personal, mehr Schutzausrüstung, mehr Medikamente und mehr Leichensäcke für die Todesopfer“.

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