Investoren gesucht
Biotechfirma meldet Durchbruch bei Alzheimer

Das Wiener Unternehmen Affiris will durch Zufall einen Wirkstoff gegen Alzheimer gefunden haben. Nun wird ein Investor gesucht, um ein Mittel gegen die Demenzerkrankung in frühestens fünf Jahren auf den Markt zu bringen.
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WienRonald Reagan hatte kein Glück. Alzheimer zerstörte den einst mächtigsten Mann der Welt. Im Juni 2004 starb der ehemalige Hollywood-Schauspieler in Bel Air, dem Millionärsparadies von Los Angeles. Bis zuletzt hoffte er auf ein Wundermittel aus der Pharmaforschung – vergeblich.

Nun keimt wieder die Hoffnung für Millionen von Alzheimer-Patienten auf. Das österreichische Biotech-Unternehmen Affiris will nach eigenen Angaben durch Zufall einen Wirkstoff gegen Alzheimer entdeckt haben. „So wie die Erfindung des Penicillins Zufall war, so ist es auch in unserem Fall“, sagte CEO Walter Schmidt am Mittwoch. Die Substanz AD04 war bei einer Forschungsstudie als Placebo genutzt worden.

Durch Zufall erkannten die Wiener Forscher die Wirkung gegen die Demenzerkrankung Morbus Alzheimer. Der neue Wirkstoff hat nach Unternehmensangaben zwei Effekte: Er stabilisiert die Leistung des Gedächtnisses und stoppt ein Schrumpfen des Hippocampus. Seine Wirkung sei vor allem ausgeprägt bei Patienten im Frühstadium.

Der aus Deutschland stammende Chef von Affiris möchte schnell einen unternehmerischen Partner – entweder einen Pharmakonzern oder einen Finanzinvestor – finden, um den Wirkstoff zur Marktreife zu führen und zu vermarkten. Derzeit laufen bereits Gespräche über eine Beteiligung, bestätigte Schmidt auf Anfrage. „Die üblichen Verdächtigen sind informiert“, sagte der Affiris-CEO dem Handelsblatt am Mittwoch in Wien. „Frühestens in fünf Jahren kann das Mittel auf den Markt kommen.“ Zu einen möglichen Preis für das Medikament wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Der Markt für ein Präparat gegen Morbus Alzheimer ist gewaltig. Er wird von Experten auf vier bis fünf Milliarden Euro geschätzt. Hinter der 2003 gegründeten Wiener Firma Affiris stehen neben dem Finanzinvestor MIG Fonds als maßgeblicher Investor die Venture-Capital-Firma Santo VC der beiden Unternehmer Thomas und Andreas Strüngmann. Die Zwillinge haben ihre Pharmafirma Hexal vor neun Jahren für 5,9 Milliarden Euro an den Schweizer Pharmariesen Novartis verkauft.

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Keine genauen Angaben zum medizinischen Wirkstoff

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