Kampf gegen Aids
Biotech-Mittel reduziert Infektionsrisiko

Die Pharmaindustrie ist dem Ziel, Aids verhindern zu können, möglicherweise ein bisschen näher gekommen: Das Aidsmedikament Truvada von der kalifornischen Biotechfirma Gilead hat jetzt in einer groß angelegten sogenannten „Landmark-Studie“ gezeigt, dass es das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus deutlich senken kann.
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FRANKFURT. „Das ist ein wirklicher Durchbruch“, bewertete Kevin Fenton, Direktor des staatlichen Gesundheitszentrums CDC für HIV und Aids in den USA am Dienstag die Ergebnisse der Studie gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Studienergebnisse dürften aber keine Einladung für homosexuelle Paare sein, nun kein Kondom mehr zu benutzen, so Fenton weiter.

Das Medikament Truvada von Gilead wird bereits bei Aids-Patienten eingesetzt, um die Vermehrung des HI-Virus stark einzuschränken. In der Landmark-Studie begleiteten die Forscher eine Zeit lang 2 500 HIV-negative Männer in sechs Ländern, die auf eigenes Risiko an der Untersuchung teilnahmen. Die Männer zwischen 18 und 67 kamen aus Südamerika, Südafrika, Thailand und den USA.

Einmal im Monat wurden sie mit Kondomen und Ratschlägen über „Safer Sex“ versorgt, die eine Hälfte der Teilnehmer bekam Truvada-Tabletten in die Hand gedrückt, die andere Hälfte ein Scheinmedikament. Insgesamt 100 Männer infizierten sich während der Untersuchung mit dem HI-Virus, 36 davon hatten Truvada eingenommen, 64 Prozent das Scheinmedikament. Im Ergebnis zeigt sich, dass bei der Gruppe, die Truvada-Tabletten über mehr als 90 Tage einnahm, das Infektionrisiko um mehr als 73 Prozent niedriger war.

Die Firma Gilead erwartet jetzt nach eigener Aussage nicht, dass die Nachfrage nach Truvada sprunghaftsteigt. Auch Geoffrey Porges, Analyst bei Sanford C. Bernstein, sieht kein großes Geschäft auf Gilead zukommen. Die Mitarbeiter des Aids-Programms der Vereinten Nationen werteten die Ergebnisse aber als ermutigend.

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